
Von Corinne Otto
Rottweil. Dass die Stadt auf das marode Haus in der unteren Hauptstraße 46 nun verstärkt ein Auge haben will (wir berichteten), hat Peter Kehret mit Interesse verfolgt. Denn wenn er aus dem Wohnzimmerfenster seines schmucken Häuschens in der Kaufhausgasse blickt, sieht er gleich gegenüber ähnliches städtebauliches Elend. Wenn nicht noch schlimmer.
Das Gebäude in Kaufhausgasse 7 verfällt ebenfalls seit Jahren zusehends. Risse durchziehen die Fassade, Putz bröckelt ab. "Das kracht jetzt bald zusammen", befürchtet das Ehepaar Kehret, das hier im historischen Stadtkern dringenden Handlungsbedarf sieht. Allerdings: Die Eigentümerin ist vor drei Jahren verstorben, seither steht das Gebäude leer und soll einer Erbengemeinschaft gehören. Wie beim Gebäude Hauptstraße 46 sehen Anwohner hier auch die Stadt in der Pflicht. Schließlich ist das Haus denkmalgeschützt.
Marcus Kempka, Leiter der Abteilung Bauordnung und Denkmalschutz, bestätigt, dass "hier seit einigen Jahren die Erhaltungsmaßnahmen vernachlässigt werden". Nach dem Tod der Eigentümerin seien weitere Schäden hinzugekommen. "Putzabplatzungen und ein kaputtes Fenster an der Rückseite" hat die Stadt registriert. Man sei "um Klärung bemüht", jedoch sei dies wegen der unklaren Eigentumsverhältnisse schwierig. Man werde den Verantwortlichen zur Beseitigung der Mängel auffordern. "Bleibt dies erfolglos, muss dies unter Umständen angeordnet werden", so Kempka. Dies sei auf Grundlage des Denkmalschutzgesetzes möglich.
Familie Kehret hofft weiter, denn in dieser Umgebung fühle man sich nicht richtig wohl. "Es ist so trostlos, wir hätten fast schon selbst zu Pinsel und Farbe gegriffen."
Denkanstöße: Diplom-Meteorologe Sven Plöger referiert im Kraftwerk zum Thema Klimawandel.