Rottweil Biergarten ein Knaller für sich

Anja Schmidt, 13.08.2012 05:00 Uhr

Rottweil - Der Zauber am Wasserturm ist vorbei. Der Abschied fällt trotz Umzug ins Kraftwerk schwer. Am Wochenende lag fast ein wenig Wehmut in der Luft. Die Zelte werden abgebaut, die Hütten dicht gemacht. Der Charme unterm Wasserturm steht außer Frage.

"Hier ist es klasse, ein sagenhaftes Ambiente, wunderschön." Wo man hinhört, alle Generationen von jung bis alt sind begeistert. Die Rede ist vom Biergarten, nicht von den Programmen im Zelt. Auch sie werden freilich gelobt: "Die Auftritte passen zur Atmosphäre". Doch viele Befragte bekennen, dass sie nur wegen dem schönen Biergarten kommen.

Die beiden fleißigsten Besucher sind sicher Geschäftsführer Mike Wutta und MUM-Vorsitzender Reiner Armleder. Ein super Team – "wir sind wie Brüder", sagt Armleder und meint es ernst: "Wir haben am selben Tag Geburtstag, wir ticken gleich". Und in der Tat: die selben Fragen, die selben Antworten. Armleder, am zünftigen Samstagabend in Lederhosen gekleidet, und Wutta beobachten aufmerksam das Geschehen. Er sehe es als seine Verpflichtung, dass die Gäste sich wohl fühlen, sagt Wutta. Ständig gebe es kleine Veränderungen, Verbesserungen, wie in diesem Jahr im Kinderland.

Hervorragend auch die Bewirtung. Etwa 20 Servicekräfte wuseln hinter der Theke und sorgen trotz großer Anstürme dafür, dass keine Wartezeiten entstehen. Mit Fug und Recht könne man behaupten, einen der schönsten Biergärten der Region auf die Beine gestellt zu haben. Vor allem der eingeschlagene Weg mit den kostenfreien Programmpunkten am Wochenende sei "absolut richtig" gewesen. Bei "Figa und Schuss" waren etwa 2500 Gäste anwesend, freut sich Armleder. Aber auch unter der Woche locke der Zauber am Wasserturm. Etwa 70 Prozent der Besucher kämen aus Rottweil und näherer Umgebung.

"Wir treffen hier Freunde und Bekannte, die wir schon seit Jahren nicht mehr gesehen haben", bestätigen viele Gäste. Doch einem Wunsch geben die Veranstalter nicht nach: den Biergarten zu verlängern. Schon aus Rücksicht gegenüber den Anwohnern und der Rottweiler Gastronomie bleibe es bei den zwei Wochen, aber auch um die Attraktivität aufrecht zu halten.

Eine Anmerkung muss sein, und zwar die langen Schlangen am Toilettenhaus betreffend. Dort wird kräftig über die Wartezeiten geschimpft. Gleichwohl: Grund dafür gibt es eigentlich nicht. Ein zweites Häuschen (mit viel mehr Toiletten) steht seit diesem Jahr direkt hinter der Getränkeausgabe. Bemerkt haben es jedoch nur die wenigsten.

 
 
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