Rottweil - Besuch des Kindergartens wird teurer

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Für die Betreuung im Kindergarten oder in der Kinderkrippe müssen Eltern ab September wohl tiefer in die Tasche greifen. Foto: Nädele Quelle: Unbekannt

Rottweil - 87 Euro im Monat muss eine Familie demnächst für die Betreuung eines Kindes im Kindergarten zahlen. So lautet die Empfehlung des Kultur-, Sozial- und Verwaltungsausschusses an den Gemeinderat.

"Wir wollen am Leitbild der Stadt festhalten, dass Familien in Rottweil gestärkt werden und uns etwas wert sind", forderte Winfried Wössner (SPD) seine Ratskollegen auf. Schließlich brüste sich die Stadt damit, familienfreundlich zu sein. "Eigentlich dürfte der Besuch eines Kindergartens überhaupt nichts kosten", stimmte Heide Friederichs (FFR/PRoFI) ein. Zumal auch Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärt habe, dass nicht bei der Bildung gespart werden soll. Friederichs: "Aber genau das machen wir mit der Erhöhung der Beiträge."

Dennoch drückt der Schuh aufgrund der desolaten Haushaltslage scheinbar überall. Zudem wies Bürgermeister Werner Guhl darauf hin, dass die letzte Erhöhung der Elternbeiträge in Rottweil vier Jahre zurück liege. Die Qualität sei aber dennoch stetig verbessert worden. "Bei der Betreuung sind wir in Rottweil absolute Spitze. Bei den Gebühren aber noch nicht", so Guhl. Er zeigte den Räten auf, dass die Stadt Rottweil in den vergangenen Jahren die Möglichkeiten geschaffen habe, 35 Prozent der Kinder zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr betreuen zu können.

Bessere Qualität der Betreuung wichtiger

Sibylle Schumacher (CDU) forderte den Kultur-, Sozial- und Verwaltungsausschuss auf, die bisherige Qualitätssteigerung beizubehalten. "Meine Erfahrung ist es, dass den Eltern eine bessere Qualität der Betreuung wichtiger ist, als der günstige Preis." Und Qualität zum Nulltarif gebe es nun mal nicht, so Schumacher.

Letztendlich sei diese Erhöhung im Hinblick auf den Zeitpunkt der letzten Erhöhung keine richtige, sondern nur eine Kostendeckung, machte Günter Posselt (CDU) seinen Standpunkt klar. "Wir haben derzeit höhere Kosten, weil wir in den Vorjahren viel investiert haben. Und auch die Entscheidung, zwei Fachkräfte pro Gruppe zu beschäftigen, hat zu einem Anstieg der Kosten geführt." Diese müssten nun mit gehobenen Sätzen gedeckt werden, so das CDU-Fraktionsmitglied. Zudem wäre es auch falsch, die geplante Erhöhung der Elternbeiträge als eine Reduzierung des städtischen Anteils zu betrachten.

Bei vier Gegenstimmen aus den Reihen der SPD und FFR/PRoFI sprach sich der Ausschuss mehrheitlich für die Erhöhung der Elternbeiträge aus.

Von Anika Etzholz

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