Kreis Rottweil - Die Schülerzahlen werden immer weniger, das schulische Angebot hingegen größer. Dass bei diesem Spagat die eine oder andere Anstrengung ins Leere läuft liegt auf der Hand.

Doch der Wettbewerb der Einrichtungen lässt keinen ruhen.Der Kreis als Träger beruflicher Schulen unterstützt fast jeden Vorstoß zur Vergrößerung der Vielfalt in diesem Schulzweig. So gibt es zum Beispiel an der Nell-Breuning-Schule in Rottweil drei Klassen mit einem wirtschaftlichen-, zwei Klassen mit einem sozialwissenschaftlichen und eine Klasse mit einem biotechnischen Profil. Ab 2013/14 könnte die Ausrichtung "Gesundheit" noch hinzukommen. Dies bedeutet laut Schulleiter Axel Rombach keine weitere Gymnasialklasse. Mit einer stärkeren Differenzierung sei dieses breitere Bildungsangebot mit den vorhandenen Ressourcen zu schaffen, wird betont.

Während CDU-Kreisrat Walter Hölle "diese weitere Attraktivitätssteigerung" bei den beruflichen Schulen und die frühzeitige Antragstellung dafür begrüßt, zeigt sich Hans-Joachim Schmid (FDP) auch mit Verweis auf die schwierige Einrichtung des Ernährungswissenschaftlichen Profils an den Beruflichen Schulen Oberndorf/Sulz skeptisch. Nachdem die für den Start in dieses neue Profil erforderliche Schülerzahl zum Beginn dieses Schuljahres deutlich nicht erreicht worden sei, habe immerhin ein schneller Schulterschluss zwischen Schulträger, Schule und Kommunen das Vorhaben noch gerettet.

Doch Schmid befürchtet, dass sich angesichts der demographischen Entwicklung mit immer weniger werdenden Schülern, der sich verändernden Schullandschaft (Gemeinschaftsschulen) und mit dem Angebot an allgemeinbildendenden und beruflichen Gymnasien eine schwierige Gemengelage mit Überkapazitäten ergeben könnte.

Wie anderen Kreisräten auch gefällt Schmid hingegen die Absicht, dass die Nell-Breuning-Schule in Absprache mit der Edith-Stein-Schule, katholische Fachschule für Sozialpädagogik, einen Schulversuch "Praxisintegrierte Ezieherinnen und Erzieherausbildung (PIA)" starten will. Dadurch könnten weitere qualifizierte Kräfte rekrutiert werden für die enorm steigende Nachfrage, lobt auch SPD-Kreisrat Winfried Hecht.

Und Walter Hölle ist sich sicher: Das wird längerfristig ein festes und unverzichtbares Angebot.