Kreis Rottweil - Die Chinesen kommen. Wenn dies im Kreistag so festgestellt wird, dann weniger mit Blick auf hierzulande gern verweilende Reisegruppen, sondern vor allem im Hinsehen auf das fulminante Wirtschaftsgeschehen in Fernost. So werden auch die Beziehungen zu Mitteleuropa immer enger, sich auch sprachlich gut zu verstehen, wird dadurch immer notwendiger.

An so mancher Schule im Land gilt dem Chinesisch-Unterricht schon länger ein Augenmerk. Ab dem Schuljahr 2013/2014 soll – gewissermaßen als Pilotprojekt fürs Kreisgebiet – am Berufsschulzentrum in Rottweil ein chinesischer Sprachunterricht eingeführt werden.

Zu verdanken dürfte dies wohl vor allem SPD-Kreisrat Winfried Hecht sein. Gemäß dem Prinzip, steter Tropfen höhlt den Stein, brachte Hecht sein Anliegen in vielen Kreisgremien zu Gehör. Johannes Binder, der geschäftsführende Schulleiter der Beruflichen Schulen im Kreisgebiet, die sich in Trägerschaft des Landkreises befinden, präsentierte jetzt im Schulausschuss des Kreistags Lösungsmöglichkeiten für einen zweistündigen Chinesisch-Unterricht pro Woche ab September 2013.

Wenn das Land einen Chinesisch-Schulversuch für Rottweil genehmigt, würde dafür – in Absprache mit der Nell-Breuning-Schule – von der Erich-Hauser-Gewerbeschule die Regie übernommen. Der Lehrauftrag für eine bisher schon in Tuttlingen wirkende Chinesisch-Lehrerin könnte auf Rottweil erweitert werden.

Während bei dieser Variante das Land für die Finanzierung gerade stünde, wäre bei einer über die Nell-Breuning-Schule mögliche Kooperation mit der Fachhochschule Furtwangen für den Chinesisch-Unterricht ein Sponsering über die Wirtschaft wünschenswert, wird betont.

Übrigens: Das Angebot am Rottweiler Berufsschulzentrum soll – im Prinzip – allen interessierten Schülern offen stehen. Auf jeden Fall soll schulübergreifend kooperiert werden. Dies könnte die schon vielfältig vorhandenen Kontakte an vielen Schulen zu Einrichtungen im Reich der Mitte weiter beleben.