Rottweil Am Stadtgraben gibt's neue Stellplätze

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In einer Animation hat das Büro Kölz dargestellt, wie ein Parkdeck in Verlängerung der Stadtgrabenstraße aussehen könnte. Foto: Kölz

Rottweil - Beim neuen Parkierungskonzept der Stadt soll es weiter vorangehen. Das Planungsbüro Kölz legte im Bauausschuss neue, zum Teil überraschende Zahlen vor, und präsentierte Lösungen: beispielsweise ein neues Parkdeck im Roßwasen.

Auf drei Standorten liegt der Fokus, um neuen Parkraum zu schaffen: an der Villa Duttenhofer, an der Großschen Wiese und eben am Roßwasen in Verlängerung der Stadtgrabenstraße. Die neuen Zahlen zeigen nämlich deutlich, dass vor allem südlich des Stadtgrabens Bedarf besteht. Schon 2011 hatte das Planungsbüro eine Zählung zum Parkverhalten in der Innenstadt durchgeführt. Wer parkt wo für wie lange? Wo gibt es ein Überangebot, und wo sind Parkplätze knapp? Zur Beantwortung dieser Fragen wurde der Parkverkehr nun nochmals beobachtet. Das ist besonders interessant, weil die ersten kurzfristigen Maßnahmen – Brezeltaste in der Innenstadt, neues Bewirtschaftungsmodell auf dem Eisplatz und der Großschen Wiese – umgesetzt wurden.

Es zeigen sich laut Planer Kölz und seinen Mitarbeitern deutliche Verlagerungen. Die Haupterkenntnis: Nördlich des Stadtgrabens sind genügend Parkplätze vorhanden, es herrscht gar ein Überangebot. Voll ausgelastet ist der Eisplatz, der benachbarte Parkplatz vor dem Parkhaus dagegen ist weitgehend leer. Hier hatte Stadtbauamtsleiter Lothar Huber Neuigkeiten: Der Platz kann aller Voraussicht nach bald in städtische Bewirtschaftung übergehen, die Schranke wird fallen.

Insgesamt gibt es laut Zählung 3150 Parkvorgänge am Tag in der Stadt. Viel Bewegung herrscht seit Einführung der Brezeltaste in der City, auch die Stellplätze an der Villa Duttenhofer seien ausgelastet. In sechs Minuten Fußweg ist man am Hauptstraßenkreuz. Ein attraktiver Standort für Parkflächen, weshalb die Stadt hier weitere Möglichkeiten – die nicht öffentlich vorgestellt wurden – auslotet.

Verlockende Nähe zur Innenstadt lässt sich auch im Roßwasen herstellen. Über die Treppen hinauf erreicht man außerdem den Kapuziner als Veranstaltungsort. Die Topografie macht es möglich, hier ein schlankes, fast im Boden versenktes, zweistöckiges Parkdeck anzulegen. Einen ersten Entwurf stellten die Planer im Ausschuss vor: In Verlängerung des bisherigen Parkplatzes am Himmelreich könnten auf ebenerdigem Niveau 75 Parkplätze entstehen, eine Etage darunter – weil das Gelände ohnehin abfällt – noch einmal so viele. Damit wäre das errechnete Defizit im Süden von 118 Parkplätzen abgedeckt.

Für Stadtrat Jens Jäger eine "charmante Geschichte", er sorgt sich allerdings um die Verkehrsströme. Diese, so beruhigte Kölz, könnten problemlos aufgefangen werden. Für Karl-Heinz Weiss ist der Vorschlag der "absolut richtige Weg". Max Burger (FFR-undPRoFi) zeigte sich allerdings "enttäuscht", dass Kölz dem bösen Blech Raum schafft, anstatt es weiter aus der Stadt zu verbannen. Letztlich werde damit wohl nur dem GHV Genüge getan. Günter Posselt (CDU) fragte sich da, "auf welchem Mond" Burger eigentlich lebt. Eine belebte Innenstadt definiere sich nunmal über die Erreichbarkeit, meinte auch Peter Schellenberg (FWV).

Jörg Stauss (FWV), seines Zeichens Einzelhändler, hatte Bedenken, dass die Zahlen wirklich aussagekräftig sind. Die Zähltage Dienstag und Donnerstag seien die schwächsten Tage im Handel und überhaupt nicht repräsentativ. Sein Antrag, weitere Tage aufzunehmen, wurde jedoch mehrheitlich abgelehnt. "Das würde nichts ändern", so Oberbürgermeister Ralf Broß. Die Verwaltung will nun die Machbarkeit für das Roßwasenprojekt prüfen lassen und an den anderen Standorten ebenfalls weiterdenken. Die stadtplanerischen und architektonischen Belange, so Kölz, habe man dabei fest im Blick.

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