
Rottenburg. In der Schule St. Klara ging das fünfte wirtschaftsethische Forum über die Bühne. In drei Projekttagen beschäftigten sich die Schüler des Wirtschaftsgymnasiums mit dem Thema "Die private Schuldenkrise. Wo ist der Rettungsschirm?".
WG-Leiterin Reinhild Bauer-Geppert konnte knapp 400 Teilnehmer begrüßen, darunter Finanzbürgermeister Volker Derbogen. Sie wies auf die Zusammenhänge zwischen der Schuldenkrise der Euro-Staaten und der Zunahme der Überschuldung der privaten Haushalte hin. Wobei man von privater Überschuldung spreche, wenn die Schulden nicht mehr über die laufenden Einnahmen zu decken seien.
Die Schüler führten in abwechslungsreichen Präsentationen die Ergebnisse ihrer Arbeit vor. Sie zeigten, wie der Weg für 6,5 Millionen Menschen in die Schuldenfalle führt. Hier seien überproportional viele junge Menschen vertreten. Sie wiesen auf die Gefahren von Lockangeboten und die Werbesprüche wie "Kaufe heute. Bezahle morgen" hin.
Weitere Gruppen stellten die Auswirkungen der Überschuldung auf Betroffene und Gläubiger dar. Und schließlich wurden von den Jugendlichen Möglichkeiten aufgezeigt, wie man erst gar nicht in dem Teufelskreis der Überschuldung kommt. Er warnte vor leichtfertigem Gebrauch von Konsumkrediten.
Ulrike Fetscher von der Schuldnerberatungsstelle des Landkreises erinnerte an die besondere Verantwortung der Eltern, die schon mit ihren Kindern über das Thema Geld sprechen sollten. Schon Kinder sollten wissen, über wie viel Bares die Familie monatlich verfüge und wofür man das Haushaltseinkommen ausgebe. Wie ein Privatinsolvenzverfahren aussieht und was dafür die Voraussetzungen seien, konnten die Anwesenden von Rechtsanwalt Alexander Rose erfahren. In einer abschließenden Fragerunde blieb noch Zeit, die Experten zu befragen.