Rottenburg - Der Raubüberfall auf das Goldankaufsgeschäft in der Rottenburger Innenstadt Ende Oktober ist weitgehend aufgeklärt. Die Tübinger Kriminalpolizei hat bei einer groß angelegten Durchsuchungs- und Festnahmeaktion am Dienstagmorgen sechs Wohnungen durchsucht. Die Ermittlungen richten sich gegen sieben Tatverdächtige. Gegen drei Hauptverdächtige im Alter zwischen 16 und 22 Jahren wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Tübingen der Haftbefehl in Vollzug gesetzt.

Im Zuge der Ermittlungen konnten weitere Straftaten, Einbrüche und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz aufgeklärt werden. Bei ihren Streifzügen erbeutete die Tätergruppe in wechselnder Besetzung mehrere tausend Euro.

Zusammenhang mit weiteren Einbrüchen?

Zwei maskierte Männer hatten am Morgen des 24. Oktober ein Goldankaufsgeschäft in der Rottenburger Bahnhofstraße überfallen. Die beiden Täter schüchterten durch ihr rabiates Vorgehen eine alleine anwesende Angestellte so stark ein, dass diese ihnen eine Tasche mit mehreren hundert Euro Bargeld aushändigte. Beide Räuber ergriffen daraufhin die Flucht und konnten unerkannt entkommen.

Im Rahmen der Ermittlungen konnte schließlich ein Zusammenhang zu weiteren Einbruchsdiebstählen hergestellt werden. In einem Fall waren vier männliche Täter in der Nacht zum 31. Oktober in die Räume eines Fitnessstudios eingedrungen und hatten einen Tresor sowie weitere Behältnisse mitgenommen und daraus anschließend Bargeld in Höhe von mehreren tausend Euro erbeutet.

Darüber hinaus konnten Erkenntnisse zu einem Einbruch in eine Autovermietung im Reutlinger Industriegebiet erlangt werden, bei dem ebenfalls ein Tresor mit mehreren tausend Euro abhanden gekommen war.

An Aktion waren 70 Beamte beteiligt

Im Zuge dieser Nachforschungen erhärtete sich der Verdacht, dass sowohl der Raubüberfall als auch die beiden Einbrüche von einer fünfköpfigen Tätergruppe in wechselnder Besetzung verübt worden sein dürften.

Im Rahmen dieser Ermittlungen ergaben sich auch Hinweise auf zwei weitere Tatverdächtige im Alter von 17 und 23 Jahren, die im Verdacht stehen, mit Betäubungsmittel gehandelt zu haben.

Am Dienstagmorgen kam es schließlich zu einer breit angelegten Festnahme- und Durchsuchungsaktion, an der rund 70 Beamte beteiligt waren.

Die Kriminalpolizei wurde durch Kräfte der Bereitschaftspolizei Göppingen, der Polizeireviere Rottenburg und Tübingen sowie vier Polizeihundeführern unterstützt. Insgesamt durchsuchten die Fahnder zeitgleich sechs Objekte in Rottenburg, Wurmlingen und Tübingen. Dabei konnten eine Schreckschusspistole sowie geringe Mengen Betäubungsmittel und mehrere hundert Euro Bargeld sichergestellt werden.

Alle sieben Tatverdächtigen wurden hierbei angetroffen. Nach Abschluss der Maßnahmen kamen drei Beschuldigte sofort wieder auf freien Fuß. Die übrigen vier Hauptverdächtigen wurden im Laufe des Dienstags noch dem Haftrichter vorgeführt, der gegen den 16-Jährigen und das 19 und 22 Jahre alte Brüderpaar die Haftbefehle in Vollzug setzte. Der Haftbefehl gegen einen 20-Jährigen wurde gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt.