Rottenburg Pfarrerin wird auf roten Socken gehen

Schwarzwälder-Bote, 15.04.2012 21:21 Uhr

Rottenburg-Ergenzingen (era). Abschied nehmen von ihrer gern gesehenen Pfarrerin hieß es am Sonntagmorgen nach dem Gottesdienst für die Gläubigen der evangelischen Christusgemeinde. Nach nur zweijährigem Wirken wird Pfarrerin Elke Kaltenbach-Dorfi die von ihr betreuten Kirchengemeinden Ergenzingen und Eckenweiler verlassen und aus familiären Gründen nach Gerlingen ziehen, wo sie auch seelsorgerisch tätig sein wird.

Kaltenbach-Dorfi war eine Pfarrerin, die den Menschen nahe war. Sie ließ sich bei den Vereinen sehen, machte sich über alles kundig und setzte sich vor allen Dingen stark für die Ökumene ein. Dieses immer noch zarte Pflänzlein brachte sie zusammen mit dem Ortsgeistlichen der katholischen Kirchengemeine, Pfarrer Klaus Rennemann, weiter voran.

Erste Pluspunkte sammelte sich die Pfarrerin beim Dorffest 2010, wo sie, kaum richtig im Amt, zusammen mit dem damaligen Pfarrer Josef Gerz aus Starzach-Bierlingen, den ökumenischen Festgottesdienst abhielt.

Lang war nach dem sonntäglichen Gottesdienst auch die Liste der Redner. Den musikalischen Segen für die Zukunft vorab erhielt die scheidende Pfarrerin vom Chor der Kinderkirche Ergenzingen­Eckenweiler. Ortsvorsteher Hans Beser, der zusammen mit seiner Eckenweiler Amtskollegin Carmen Hess ein Geschenk übergeben hatte, brachte es dann auf den Punkt: Trotz ihres relativ kurzen Gastspieles habe Kaltenbach-Dorfi Spuren hinterlassen.

Wirken zugunsten der Ökumene und der Jugend

Das Wirken zugunsten der Ökumene und der Jugend stellte das Ortsoberhaupt besonders heraus. Klaus Maier, Rektor der Grund- und Werkrealschule in Ergenzingen stellte fest: "Das Angebot, sie als Religionslehrerin zu verpflichten, habe ich gerne angenommen, die Kinder, in deren Herzen sie Spuren hinterlassen haben, hatten sie allesamt gern."

Karl Schäfer, derzeitiger Chef der Vereinsgemeinschaft und Vorsitzender des TuS Ergenzingen, überbrachte Dankesworte, lobte insbesondere das stets offene Ohr der Pfarrerin für einen ökumenischen Jugendgottesdienst beim Pfingstturnier und übergab ein Geschenk. Dankesworte gab es dann von Vertretern des evangelischen Kindergartens, der Kirchengemeinde, des Bezirkes und des Distriktes. Der Projektor der Protestanten sorgte dann mit einem eigens für diesen Tag vorbereiteten Ständchen für Abwechslung im Redenmarathon.

Die wohl offenste Rede hielt aber Pfarrer Klaus Rennemann von der katholischen Kirchengemeinde, und er hatte auch ein nicht alltägliches Geschenk parat.

Kaltenbach-Dorfi durfte von ihm rote Socken mit dem lutherischen Zitat: "Hier stehe ich, ich kann nicht anders" in etwas abgewandelter Form "jetzt gehe ich, ich kann nicht anders" entgegen nehmen. Das Gegenstück in Form von schwarzen Socken hatte Rennemann selbst an den Füßen. Rennemann bezeichnete die gemeinsame Zeit als ökumenisch sehr intensiv.

Die freundliche und aufrichtige Art der Pfarrerin, die stets auch offen für "das Andere" gewesen sei, aber auch das Miteinander bei der Dialogpredigt und bei sonstigen Anlässen, hob er besonders heraus. Nicht zuletzt aber auch das gute Essen, welches ihm von den Protestanten immer wieder, ob nun süß oder sauer, kredenzt worden sei.

 
 
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