Rottenburg Pfarrer hat den Gottesdienst verschlafen

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Von Marly Scharnowski 

Baisingen ist immer für eine Überraschung zu haben. Nach der Schülerbefreiung steht im Schwäbischen logischer Weise der Rathaussturm auf dem Programm.

Rottenburg-Baisingen. Die Ortsverwaltung Baisingen hatte eine geniale Idee: In der Schloss-Scheuer wird der Ortsvorsteher seines Amts enthoben, dort wird der Rathaus-Schlüssel abgenommen und die Kasse gleich mit. Das funktionierte dieses Jahr zum dritten Mal, sehr zur Erheiterung und Freude der Bürger.  

Benni Tausch, Vorsitzender der Narrenzunft, zeigte stolz den Schlüssel und plünderte mit Genuss die Gemeindekasse. Die Goldtaler wurden unter dem Volk verteilt, wie es halt so ist – außen Gold und drinnen Schokolade.  

Die Ortschaftsräte ließen sich ebenfalls nicht lumpen, gemeinsam traten sie mit ihrer aufgewärmten Bruddel-Supp auf. Viele Köche verderben bekanntlich den Brei, nicht so bei den Baisingern.  

In Liedform gab jeder Koch und jede Köchin ihren Text. Den Refrain: "Schwupp die Wupp – wir kochen eine Supp, damit die Supp wird bsonders fei, miased viele Sacha nei – Schwupp die Wupp, wir kochen eine Supp", sangen alle Anwesenden mit.   

Horst Schuh ist sich sicher: "Bei der Einweihung zahlt die Stadt die Zeche"

Koch Horst Schuh erkannte die Pein der Straßensarnierung und der Umleitungsstrecke, die jetzt endlich fertig war. "Und eins kann der Ortsvorsteher auch noch versprechen: bei der Einweihung zahlt die Stadt die Zeche".

Roland Gölz sang nach der Melodie von "Griechischer Wein" über seine Erlebnisse in der Luft- und Baisinger Gass. Nichts ging vorwärts, auch die Aussicht auf Internet in High-Speed könne nicht trösten. Kein Mensch wisse, in welchem Jahr das funktionieren soll.

Matthias Baur hatte es auf den OV abgesehen. Dieser war vorher in Kur und predigte nun "Gesundheit pur". Gustav Kränzler bemängelte die harten Stühle in der Halle, er ging auch auf die neue Garage ein, die mit Bürgergeld gebaut wurde. Der OV habe sogar ein Richtbäumle vorbei gebracht, "doch hot er vergassa, a Fässle zu zahle, ha jo, send grad au koine Wahle".  

Margret Müller und Ulrike Daub brachten einen Sketch mit viel Lokalkolorit, sie wurden immer wieder durch Lachsalven unterbrochen.  

Die Suppe wurde zunächst an bekennende "Bruddler" ausgeteilt. Beim Geschmackstest dieses herrlichen Eintopfes bruddelten alle Esser: "Ich will mehr".

Auch Gabi war wieder in der Bütt. Forsch zog sie über die Politiker her, hauptsächlich anlässlich der bevorstehenden Wahlen. Der Pfarrer wurde nicht verschont, hat er doch den Gottesdienst verschlafen. Der Narrenwagen kam ohne Navi nach Hirrlingen, doch zurück hat er es nicht geschafft – denn Sprit ist notwendig, damit der Motor läuft. Ein Schulhausbrand brachte die Feuerwehrbuben ins Grübeln. Sollen wir löschen? Oder lassen wir es bleiben?  

Die Hopfa-Teufele zeigten sich in einer ansprechenden Choreografie mit zwei Tänzen, jeweils mit Pyramide.  

Ein bunter Abend mit viel Abwechslung; natürlich war der kochende Ortschaftsrat der Höhepunkt. Die Stimmung war fröhlich, es wurde viel gelacht und mit Beifall nicht gespart. "Der Ortschaftsrat und die Vereine sind ein Team, sie gehören zusammen wie der Ar.... und die Hose", so ein Kommentar – dem wäre nichts hinzuzufügen.  

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