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Rottenburg Narren werden sogar zum Saal getragen

Marly Scharnowski, vom 03.02.2012 00:46 Uhr
Die Narrenzunft ist bereit: Spätestens ab dem Schmotzigen gibt es kein Halten mehr. Foto: Archiv
Die Narrenzunft ist bereit: Spätestens ab dem Schmotzigen gibt es kein Halten mehr. Foto: Archiv

Rottenburg - "S goht dagege" – und das mit Riesenschritten. Die Narrenzunft Rottenburg (NZ) hat alle Hände voll zu tun, um die schönste Zeit des Jahres in "Raudaburg" so zu organisieren, dass alle Fasnetsfreunde auf ihre Kosten kommen. Vieles muss im Vorfeld durchdacht und geplant werden, seien es die Absperrung, die Beschallung, Parkplätze sowie Sonderzüge und Busse – auch an Behinderte wird gedacht.

Bezahlt werden müssen Rettungsdienste, Ordner, Straßenreinigung, Sicherheitsdienste und Versicherungen. Die Kosten für Umzug, Straßenfasnet und Veranstaltungen belaufen sich auf rund 60.000 bis 100.000 Euro, so Michael Rehbein, Zunftmeister der NZ Rottenburg.

Laufnarr als Modell für den Pin

Für den diesjährigen Pin stand der Laufnarr (Insider nennen ihn "Bogges") Modell. Er ist in Geschäften und bei der WTG zu erhalten.

Die Highlights der NZ-Fasnet beginnen am Schmotzigen, 16. Februar, mit der Straßenfasnet ab 14 Uhr, dem Hexentanz um 19 Uhr, ab 20 Uhr folgt der große Narrenball. Am Freitag, 17. Januar, wird Seniorenfasnet mit der Stadtkapelle veranstaltet. Am Samstag, 18. Februar, ist die Zunftmesse ab 13.30 Uhr in der St. Moriz-Kirche mit den Gluzger. Anschließend tobt die Straßenfasnet, ab 20 Uhr ist Ü30-Dance-Night-Fasnet Special in der Festhalle.

Jedem ist bekannt, dass der "Ommzug" am Sonntag, 19. Februar, stattfindet. Er beginnt um 13.30 Uhr und endet, je nachdem, wie wer "drauf ist", in der Festhalle, bei freiem Eintritt.

Am Rosenmontag, 20. Februar, um 13.30 Uhr beginnt der Narrensamenumzug, ab 14.30 Uhr folgt der Kinderball. Ab 20 Uhr folgt die Höfische Fasnet in der Festhalle, das allseits beliebte Event.

Am Fasnetsdienstag, 21. Februar, werden ab 14 Uhr die Ahlande auf dem Marktplatz getauft und ab 23.30 Uhr darf und soll jeder heulen, weil die Fasnet dann verbrannt wird. Allerdings wird ein Feuerwerk veranstaltet, um die Augen zu trocknen.

Die Geldbeutelwäsche des Narrenrates am Mechthildbrunnen ist am Aschermittwoch, 22. Februar, ab 10.30 mitzuerleben. Für passionierte Fasnetsbesucher gibt es nichts Neues. "Bewährtes behält man bei", so die Entscheidung des Narrenrates.

Das Zunfthaus ist das Herz der Rottenburger Fasnet, von hier gehen die Impulse aus. Hier wird das Brauchtum gepflegt, es ist für alle Altersgruppen genau das dabei, was möglicherweise gesucht wird – ob Disco-Fieber in der Scheuer (Eintritt ab 18 Jahren) oder Fasnet live im Zunfthaus.

Die NZ Rottenburg ist tief in der Tradition verwurzelt. Dass Senioren nicht nur akzeptiert werden, sondern hoch willkommen sind, so Michael Rehbein, "ist selbstverständlich, sie waren die Vorläufer, auf der unsere Fasnet aufgebaut ist". Wer im Rollstuhl, im Rollator oder auf Krücken kommt, wird – mangels Aufzug – auf Händen der NZ-Mitglieder, in den Zunft-Saal getragen. Auch an Raucher aller Altersgruppen ist gedacht, im oberen Saal gibt es die Möglichkeit, seinem Laster zu frönen.

Den Erlös aus der Kollekte der Zunftmesse und der "Narrensamen-Speisung" erhält die Vesperkirche Rottenburg.

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