Rottenburg Musik überwindet Hürden der Sprache

Schwarzwälder-Bote, 20.05.2012 20:16 Uhr

Von Angela Baum

Rottenburg. Lebendig und bunt war das Fest der Nationen, zu dem viele Rottenburger am Wochenende in den Freizeitpark Schänzle kamen. Am Samstagabend wurde getanzt, gesungen und musiziert, die Stimmung war toll.Multikulturell ging es zu: So bot der Freundeskreis der russischen Sprache russische Folklore, und die russische Frauensinggruppe "Feuervogel" bot Gesänge und Tänze. Danach ging es weiter mit Line-Dance und türkischer Folklore. Der türkische Sas-Spieler Ali Güler bot gemeinsam mit einem Gitarrenspieler Einblicke in die Welt der türkischen Musik. Hitzig und temperamentvoll agierten Carlos Tceo Arizala und seine kolumbianischen Musiker, die mit feurigen Salsa- und Merengueklängen viele im Publikum zum Mittanzen animierten. Es wurden Congas geschlagen, Sambarasseln brachten den Rhythmus, und Arizala tanzte und schwang sein Becken was das Zeug hielt. Gemeinsam mit dem Verein "Mi Terra" hatte Arizala sein tolles Programm zusammengestellt.

Bei lauen, frühsommerlichen Temperaturen ließ es sich gemütlich vor der Bühne sitzen, und die lateinamerikanischen Rhythmen gingen sofort vom Ohr in die Beine – es wurde geklatscht, Paare tanzten Salsa, und auch die Kinder waren von den Darbietungen begeistert. Doch auch das Jugendhaus "Klause" machte mit und beteiligte sich am Samstagabend mit Breakdance am bunten Abendprogramm. An einem Büfett gab es internationales Essen.

Am Sonntagvormittag trat auf der Bühne der Chor der Kreuzerfeldschule auf. Die Dritt- und Viertklässler hatten internationale Lieder einstudiert. Auch die Bläserwerkstatt der Kreuzerfeldschule trat auf. Hier hatte Fred Böttcher ein integratives Orchester gegründet, dessen Ziel es ist, Kinder aus verschiedenen Kulturkreisen an Musik heranzuführen. Lieder und Tänze zeigte der Kindergarten St. Remigius. Gestern Nachmittag führten Kinder ein russisches Theaterstück auf, und danach gab es noch einmal Stimmung und Lebensfreude pur mit dem lateinamerikanischen Verein "Mi Terra". Am Abend klang das Fest der Nationen aus – mit Capoeira, Breakdance, albanischen Rhythmen und Rappern aus dem Jugendhaus Klaus. Umrahmt wurde das Fest von Aktionen des TVR für Kinder und Jugendliche, hier war etwa eine Slackline aufgebaut, zudem gab es Ballspiele.

Die Jugendverkehrswacht der Polizei war ebenfalls vor Ort, hier konnten Kinder sicheres Radfahren einüben. Oberbürgermeister Stephan Neher betonte bei der Eröffnung des Festes am Sonntagnachmittag, dass Migration Chance und Gewinn sein könne. Der ehemalige Baubürgermeister Holger Keppel informierte die Eröffnungsgäste über sein Projekt in Malawi. Keppel sammelt derzeit für eine öffentliche Toilette, "der Kontostand sieht gut aus, es gibt mehr als nur ein Klo."

 
 
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