
Von Angela Baum Rottenburg. Mit der Ehrenmedaille in Silber der Stadt Rottenburg wurde Schwester Liliosa Lutz von den Barmherzigen Schwestern des Heiligen Vinzenz von Paul ausgezeichnet. Am Sonntagvormittag war die Ehrung im Rahmen eines Gottesdienstes in der Spitalkapelle. Schwester Liliosa leitete jahrelang das Hospital zum Heiligen Geist in der Königstraße, sie geht gemeinsam mit Schwester Notburga zurück ins Mutterhaus nach Obermarchtal.
Weihbischof Thomas Maria Renz zelebrierte die Heilige Messe und dankte den Vinzentinerinnen für das 160-jährige Wirken des Ordens in Rottenburg. Der Weggang der Schwestern und die Ehrung von Schwester Liliosa markierten einen außergewöhnlichen Tag für Rottenburg. Die Vinzentinerinnen kümmerten sich 160 Jahre lang um die Armen- und Krankenpflege in Rottenburg, besonders im Hospital zum Heiligen Geist.
Schwester Liliosa war seit 1983 in Rottenburg tätig, Schwester Notburga kam 1987 dazu.
Die Rottenburger hätten den Vinzentinerinnen viel zu verdanken, so Renz. Stephan Neher dankte den Vinzentinerinnen für ihre geleistete Arbeit. Er ließ die Geschichte der Vinzentinerinnen in Rottenburg Revue passieren. Die Gemeinschaft wurde im Jahr 1634 Vinzenz von Paul ins Leben gerufen. 1852 kamen vier Schwestern aus Straßburg nach Rottenburg. Die Situation damals, als das "Spittel" gegründet wurde, sei nicht vergleichbar mit der Situation heute. Die Hospitalstiftung war damals Auffangstation für Arme, Witwen und Waisen.
Heute würden mehr als 100 alte und kranke Menschen gepflegt. 1908 waren es 35 Schwestern in Rottenburg. 1927 entstand der Spitalhof, heute ist dort Mehrgenerationenwohnen geplant. Nach dem Krieg habe eine Phase des Umbaus begonnen.
Schwester Liliosa kam 1983 nach Rottenburg. 1930 geboren, legte die Sozialpädagogin 1952 ihre Profess ab, wurde Heimleiterin im Spital und begleitete auch 1998 den Anbau in der Königstraße. Die Heimleitung des Hospitals zum Heiligen Geist oblag Schwester Liliosa, bis sie 69 Jahre alt war. Schwester Notburga und Schwester Liliosa seien beide Menschen, die gerne auf andere zugingen. Generaloberin Sr. Lintrud Funk dankte den beiden Schwestern und überbrachte die Grüße aus dem Mutterhaus. Mit dem Weggang der Schwestern werde ein denkwürdiger Tag markiert, der in die Chronik der Stadt eingehen werde. Schwester Liliosa dankte all jenen, die ihr in ihrer Arbeit verbunden waren und bekamt feuchte Augen, als es hieß endgültig Abschied zu nehmen. Ihr Leitbild sei das des Vinzenz von Paul und des Heiligen Martin von Tours gewesen. Auch Hospitalverwalter Gunter Danner dankte den beiden Schwestern.