
Rottenburg-Ergenzingen (era). So schön kann Fasnet sein: "Hoamelig" und mit einem tollen Programm feierten die "Kleinpariser Fleckahuper" am Samstagabend im Adolph-Kolping-Saal ihren 25. Geburtstag.
Deren Boss Timo Renz durfte ein voll besetztes närrisches Haus willkommen heißen, darunter auch die "Tiger’s" aus Weitingen und die Börstinger "Baizakrageler".
Für einen fulminanten Auftakt sorgten die Geburtstagskinder selbst, die unter der Stabführung von Carsten Renz mit einem fast unerschöpflichen Repertoire zur Hochform aufliefen. Das "Dankeschön mit roten Rosen" am Schluss animierte das Publikum zu einem wahren Beifallsorkan.
Dietmar Lohmillerformt die Fleckahuper
Im Anschluss informierten Gründungsmitglied Armin Weiss und Klaus Eipper über das Wesen und Wirken der seitherigen Gruppenleiter und Dirigenten.
Einem dürften dabei die Ohren besonders geklingelt haben: Dem langjährigen musikalischen Leiter der Fleckahuper, Dietmar Lohmiller aus Börstingen. Der "Professor", wie er im Fleckahuperjargon genannt wird, hat maßgeblichen Anteil daran, dass die Fleckahuper das wurden, was sie heute sind: Eine Narrenkapelle, die aus der Ergenzinger Zunft nicht mehr wegzudenken ist. 1987 unter den Fittichen des damaligen Zunftmeisters Dietmar Weiss, aus Spaß an der Freud, aber nicht ganz widerspruchslos entstanden, hatte niemand daran geglaubt, dass diese Narrenkapelle einmal ihren 25. Geburtstag feiern darf.
Insbesondere seitens des Musikvereins sah man die Fleckahuper kritisch. Mittlerweile hat sich das ins Gegenteil verkehrt. Etliche Akteure des Musikvereins spielen in den Reihen der Fleckahuper mit und sorgen für Qualität.
Einen tollen Auftritt legte Franz Zwick, ebenfalls ein "Huper" der ersten Stunde, hin. In wohlgereimten Versen berichtete er über so manches Missgeschick der Akteure und war sich nicht zu schade dafür, sich selbst aufs Korn zu nehmen. "Ich fahr nie wieder in die Partnergemeinde Gols ohne Bremsgerät", konstatierte er, wobei er mit dem Bremsgerät wohl seine Gattin gemeint haben dürfte.
Im Anschluss hieß es Bühne frei für die Börstinger "Baizakrageler", die 30 Liter Bier und einen tollen Auftritt kredenzten. In die Rollen von zwei Fleckahuper-Ehefrauen (Karlena und Wilhelmine) waren Willi Stopper und Karl Baur geschlüpft. Sie kramten gar manche Anekdote aus dem bislang verschlossenen Nähkästchen und begeisterten damit das Narrenvolk.
Mit dem legendären Auftritt "Ein Männlein steht im Walde" aus dem Jahr 1997 erinnerten die Fleckahuper an das verstorbene Mitglied Christian Raible, der damals die Hauptrolle innehatte. Offiziell setzten die Tiger’s aus Weitingen den Schlusspunkt.
Alles in allem war dieser Abend ein gelungener Kontrast zu den herkömmlichen Fasnetsveranstaltungen. Für Musik aus der Konserve hatte "DJ Kohle" gesorgt, für die Conference Manuel Ranft.