Rottenburg Bruch in Beziehung schnell geglättet
Schwarzwälder-Bote, 13.05.2012 20:35 UhrRottenburg-Ergenzingen (era). 25 Jahre ist es mittlerweile her, dass es die ersten offiziellen Kontakte in das burgenländische Gols geknüpft wurden. Grund genug für die Ortsverwaltung, einen Infoabend im Vinzenz-Härle-Saal zu veranstalten, zumal eine zweitägige Stippvisite in der österreichischen Marktgemeinde bevorsteht. Beide Gemeinden hatten vereinbart, sich im Zweijahresturnus gegenseitig zu besuchen und daher wollen die Ergenzinger mit mindestens einer Hundertschaft Ende Juli/Anfang August in ihre Partnergemeinde zum ORF-Sommerfest reisen.
Ortsvorsteher Hans Beser durfte an die 60 Bürger willkommen heißen, die sich beim guten burgenländischen Tropfen und Golser Happen – von Doris Kleindienst, Isolde Nisch und Cornelia Ziegler-Wegner kredenzt – einen gemütlichen Info-Abend gönnten, der durch eine Powerpoint-Präsentation und einen Film über die Partnergemeinde bereichert wurde.
Raimund Kombächer, ein Sauerländer, der mit seiner Familie in Ergenzingen zum "Fastschwaben" geworden ist, verkörpert eigentlich das, was man sich in Ergenzingen von einem "Reingeschmeckten" wünscht: Er bringt sich ein, war schon etliche Male in der Partnergemeinde und hat dort zusammen mit seiner Gattin eine Familie gefunden, die auf derselben Wellenlänge funkt.
Kurzum, er kennt sich mittlerweile in Gols aus und so erklärte er sich bereit, diesen Abend mit Michael Nisch, der für die Technik zuständig zeichnete, zu moderieren.
Erste Kontakte in die spätere Partnergemeinde knüpfte Ortsvorsteher Meinrad Grammer, der 1987 mit einer Delegation Gols besuchte. Gute Beziehungen pflegte man allerdings schon gut und gerne 20 Jahre vorher. Auslöser dazu war die Hochzeitsreise von Friseurmeister Manfred Schäfer, der unter anderem auch in Gols landete und dort erste Kontakte knüpfte.
1989 wurde dann die Freundschaft zwischen beiden Gemeinden ratifiziert. Mit dem Rücktritt von Ortsvorsteher Meinrad Grammer im Jahr 1993 kam auch ein Bruch in die Beziehungen zu Gols. 1994 wurden die Freunde nicht einmal mehr zum Doffest eingeladen. Damals wurden wurden die Verbindungen durch die Vorstandsmitglieder des heutigen Fördervereines aufrecht erhalten.
Erst 1996 normalisierten sich die Verhältnisse wieder und die gegenseitigen Besuche wurden Normalität. 1997 gab es den ersten Festwagen der Ergenzinger in Gols. 2000 mündete die Freundschaft in eine offizielle Partnerschaft, die kontinuierlich gedieh.
2007 feierte man gemeinsam das 40. Golser Volksfest und wiederum investierten die Festwagenbauer Hubert Nisch, Günther Kleindienst, Günther Schweinbenz, Hermann Kessler und Klaus Ranft eine Woche Urlaub, um den Wagen unterm Motto "Wein und Bier" herzurichten.
2011 wurde dann der ehemalige österreichische Nationalrat und Bürgermeister Matthias Achs, ein großer Förderer der Partnerschaft, nach langer Krankheit zu Grabe getragen. Es gab allerdings auch ein positives Highlight in diesem Jahr: Raimund Kombächer, Karl Baur, Alexander Urban und Armin Weiss, schwangen sich auf ihre Drahtesel und fuhren in elf Tagen die 1200 Kilometer in ihre Partnergemeinde, wo sie von Bürgermeister Hans Schrammel mit allen Ehren empfangen wurden.


