
Rottenburg/Bad Niedernau - Die Rottenburger Polizei hat am Mittwochmittag zwei litauische Staatsangehörige vorläufig festgenommen. Sie könnten einer betrügerischen Bande angehören, die von Litauen aus sogenannte "Schockanrufe" bei aus Russland stammenden Personen tätigen, um an deren Bargeld zu kommen.
Am Mittwoch um die Mittagszeit hatte eine 67-jährige Frau in Bad Niedernau von einem russisch sprechenden Mann einen Anruf bekommen. Der Anrufer teilte ihr mit, dass ihr Sohn jemanden verletzt hätte und sich jetzt in einer Notlage befände, weshalb er sofort 20.000 Euro benötige. Er wollte noch ihre Personalien wissen und einen Übergabeort.
Die 67-jährige Frau hegte sofort erhebliche Zweifel und nahm Kontakt mit ihrer Tochter und auch ihrem Sohn auf, der sich in keiner Notlage befand. Sofort verständigten sie die Polizei, die entsprechende Fahndungsmaßnahmen einleitete.
Zur gleichen Zeit war der Hinweis von einem Anwohner im Rottenburger Spreeweg auf eine verdächtige, ständig telefonierende Person und ein ebenfalls im Spreeweg geparktes Fahrzeug mit ausländischem Kennzeichen eingegangen. Aufgrund der unmittelbaren Nähe zur Adresse der 67-Jährigen und des zeitlichen Zusammenhangs zwischen Schockanruf und der verdächtigen Wahrnehmungen wurden sofort entsprechende Überprüfungsmaßnahmen eingeleitet.
Eine Streife konnte an der beschriebenen Stelle einen Seat mit britischer Zulassung antreffen. Am Steuer saß ein 25-jähriger litauischer Staatsangehöriger. Gleichzeitig entdeckte eine weitere Streife eine weitere verdächtige Person - ebenfalls einen 30-jährigen litauischen Staatsangehörigen. Die beiden wurden vorläufig festgenommen. Sie stehen im Verdacht, sich im Auftrag der Schockanrufer in Rottenburg aufgehalten zu haben, um im Erfolgsfall das angeforderte Geld abzuholen.
Die Kriminalpolizei Tübingen hat die weiteren Ermittlungen aufgenommen.