Von Angela Baum Rottenburg. Neue Chancen für Rottenburgs Einkaufslandschaft bringt der Gewerbepark Dätzweg. In seiner jüngsten Sitzung beschloss der Gemeinderat mehrheitlich, den Bebauungsplan auszulegen.

"Die Leute warten darauf, dass ein Elektrofachmarkt kommt", meinte Stadträtin Margarethe Nohr (SPD) nach der Präsentation der Planungen. Horst Schuh (CDU) meinte, dass Rottenburg zwei strukturelle Defizite habe – Gewerbe und Handel. Mit der Erweiterung des Industriegebietes Ergenzingen-Ost und dem Gewerbepark Dätzweg werde dem begegnet, "deshalb stimmen wir für den Antrag der Stadt."

Albert Bodenmiller (BfH/Linke) hingegen sorgte sich, dass der Gewerbepark die beiden Elektrogeschäfte in der Innenstadt in ihrer Existenz bedrohen könne. Auch sei fraglich, ob ein Möbelmarkt oder eine Zoohandlung genügend Kundschaft anziehen können.

Oberbürgermeister Neher widersprach dem vehement. Man sei "näher beim Bürger". Wenn der Elektrofachmarkt nicht komme, würden die Rottenburger ihre Elektroprodukte auch weiterhin in Reutlingen oder Tübingen kaufen. "Dann können wir es gleich lassen", ärgerte sich der OB.

Grünes Licht gab der Gemeinderat nun mit seiner Entscheidung für den Bau des Gewerbeparks Dätzweg, es soll möglichst bald gebaut werden. Doch ein beim Regierungspräsidium beantragtes Raumordnungsverfahren könnte allerdings noch Änderungen erzwingen.

Das Raumordnungsverfahren soll klären helfen, ob die Pläne der Stadt zum Bau des Gewerbeparks aus Sicht des Regierungspräsidiums für den Innenstadthandel und die umliegenden Städte unbedenklich sind. Geplant sind ein Bau- und Gartenmarkt mit maximal 5900 Quadratmetern Verkaufsfläche, ein 2000 Quadratmeter großer Elektromarkt sowie ein 799 Quadratmeter großer Möbelmarkt und ebenso viel Fläche für den Verkauf von Autoteilen und -zubehör.

Auf dem ehemaligen DHL-Gelände soll auch eine 750 Quadratmeter große Zoohandlung gebaut werden, hinzu kommt ein Bäcker mit Systemgastronomie. Auf den geplanten Schuhdiscount und einen Bio-Lebensmittelmarkt musste der Investor, die Bayreuther Firmengruppe Krause, allerdings verzichten, da der Regionalverband sonst nicht zugestimmt hätte.

Projektleiterin Kirsten Hellstern vom Stadtplanungsamt erläuterte die Pläne, die unter dem Etikett "Wiedernutzbarmachung von Nachverdichtungs- und Innenstadtentwicklungsflächen" liefen. Auch könne so das Bebauungsplanverfahren einfacher und schneller durchgeführt werden. Dabei könnten eine Reihe von Prüfungen entfallen, die die Stadt durchgeführt hatte, um das Vorhaben zu beschleunigen. So wurde etwa das Gelände bereits grob auf Schadstoffe untersucht, es wurde dabei nichts Auffälliges gefunden. Auch gab es keine Hinweise auf geschützte Tiere oder Pflanzen.