Rottenburg Auf einem Grat zwischen Malerei und Rauminstallation

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Die Künstlerin Ana Laibach stellt in der Zehntscheuer aus. Foto: Baum Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Angela Baum

Rottenburg. Für Petra Stolting, die neue stellvertretende Vorsitzende des Kulturvereins Zehntscheuer sind die Werke von Ana Laibach eine wahre Entdeckung.

Aufmerksam wurde die Vorstandschaft des Kulturvereins auf die Mannheimer Künstlerin über einen Tipp der Künstlerin Petra Stolt, die vor einem Jahr in der Zehntscheuer ausgestellt hat. Ein Atelierbesuch bei Ana Laibach folgte, und man konnte die Künstlerin mit einer Werkschau nach Rottenburg holen. Überzeugt hat Stolting die Vielfalt der Formensprache der Künstlerin sowie ausgezeichnetes malerisches und zeichnerisches Können. In manch einem Werk kommt Ana Laibachs manchmal skurriler Humor zum Tragen, etwa bei laminierten und konservierten Insekten, denen sie eine eigene Identität zurückgeben will.

Witzige Kommentare schuf sie zu jedem Insekt, und auch ihre Werktitel künden von einem lockeren Umgang mit dem Thema Kunstwerk und seiner Aussage und Wirkung. "Schönheit ist da, wo das Auge ruht", betitelte sie eine ihrer Monotypien oder "Mutti mag sich" heißt eine andere Monotypie. Entspannte Leistungsbereitschaft nannte sie eines ihrer großformatigen, pastos gehaltenen Gemälde, ein weiteres ist "Wie erkläre ich es meinem Hamster" benannt.

Ana Laibachs Bilderkosmos besticht bereits auf den ersten Blick, und bei einem genaueren Rundgang durch die Ausstellung fällt ihre Vielseitigkeit ins Auge. Künstlerische Inszenierung ist eines ihrer Themen, und Ana Laibach fertigt neben Monotypien, Gemälden und Zeichnungen sowie riesigen Wandfriesen auch Filme, vorwiegend in ihrem Atelier. Sie mischt Medien und Techniken, und ihre riesigen schwarz-weißen Wandfriese befinden sich auf dem Grat zwischen Malerei, Zeichnung und Rauminstallation und bestechen aufgrund der vielfältigen Formen.

Ana Laibach lässt Spielerei und Experiment als künstlerische Strategie zu – damit verzichtet sie letztlich auf die absolute Kontrolle. Präzises Handwerk und eine ausgefeilte Technik zeichnen ihre Werke aus, und sie selbst hetzt nicht hinter neusten Trends und künstlerischen Modeerscheinungen her. Ihre Monotypien sind im Grunde auch Zeichnungen und haben einen eigenen Stellenwert neben ihrem malerischen Werk.

1966 in Braunschweig geboren, lebt und arbeitet Ana Laibach heute in Mannheim. Seit 2002 ist sie als freischaffende Künstlerin tätig, davor absolvierte sie ein Studium der freien Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Sie war Gastschülerin an der Staatlichen Majolika in Karlsruhe und ist zudem Dozentin an der Winterakademie Mannheim und der Sommerakademie in Marburg. Die neue stellvertretende Vorsitzende Petra Stolting hofft nun auf regen Besuch der Schau auch seitens der Schulen, die auch in den Ausstellungsräumen künstlerisch arbeiten dürfen. Sie ist überzeugt, dass Ana Laibachs Arbeiten für den Deutsch- und Kunstunterricht besonders anregend wirken können. Petra Stolting berichtete im Gespräch mit unserer Zeitung, dass der Kulturverein in diesem Jahr noch viel vor hat, so etwa ein Bildhauersymposium mit Holzbildhauern aus der Region. Das Thema heißt "Boote", gearbeitet wird im Schänzle, und die Werke sollen im öffentlichen Raum ausgestellt werden.

Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 28. Februar. Die Öffnungszeiten sind Mittwoch bis Freitag von 15 bis 18 Uhr sowie Samstag, Sonntag und Feiertag von 13 bis 18 Uhr. Die Schau ist geschlossen am 4. und 7. Februar.

  
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