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Kreis Tübingen Anschlag auf BVB-Bus: Kam Täter aus der Region?

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In dieser Rottenburger Wohngegend wurde der Tatverdächtige festgenommen. Foto: 7aktuell

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Rottenburg - Im Zusammenhang mit der Festnahme nach dem Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus in Dortmund hat es Einsätze in den Städten Freudenstadt, Rottenburg, Tübingen und Haiterbach gegeben. Das teilte das Landes-Innenministerium in Stuttgart mit. Der 28 Jahre alte Tatverdächtige komme aus Freudenstadt.

Innenminister Thomas Strobl (CDU) sagte: "Der Ermittlungserfolg ist für mich einerseits beruhigend. Andererseits erschreckt mich, wenn sich der Tatverdacht erhärtet, die besonders verwerfliche kriminelle Energie, mit der der Täter zu Werke ging - Geldgewinn auf Kosten einer Vielzahl von Menschenleben." Das sei perfide und abstoßend.

Der Festgenommene soll für den Anschlag vom Dienstag vergangener Woche auf den Mannschaftsbus des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund verantwortlich sein, bei dem der BVB-Abwehrspieler Marc Bartra schwer verletzt wurde.

Die Polizei hatte den 28-Jährigen am Freitagmorgen auf dem Weg nach Tübingen festgenommen. Ein Haus in einem Rottenburger Wohngebiet wurde in dem Zusammenhang ebenfalls durchsucht. Laut Bild soll der Zugriff früh morgens geschehen sein. Das Bundeskriminalamt hatte die ganze Nacht das Wohnhaus in Rottenburg observiert. Dort soll der 28-Jährige nach Informationen unserer Zeitung zur Untermiete wohnen. Um 5.16 Uhr habe Sergej W. das Haus verlassen, sich in sein Auto gesetzt und sei zur Arbeit gefahren. Drei Zivilstreifen hätten sich an ihn geheftet und dann kurz vor seiner Arbeitsstelle in Tübingen zugegriffen.

Die Familie, die in dem Rottenburger Haus wohnt, lebt laut Bürgermeister Thomas Weigel schon seit Jahren in Rottenburg und sei bisher nicht aufgefallen.

Der 28-Jährige ist laut Weigel weder in Rottenburg gemeldet, noch arbeitet er dort. Auch in Haiterbach im Landkreis Calw hat es laut Landes-Innenministerium einen Polizeieinsatz gegeben.

Laut Mitteilung der Bundesanwaltschaft scheint der mutmaßliche Täter wohl auf einen durch den Anschlag verursachten Kursverlust der BVB-Aktie gesetzt zu haben, um dadurch einen Millionengewinn einstreichen zu können. An islamistischen oder anderen extremistischen Hintergründen bestünden erhebliche Zweifel.

Der Verdächtige sei ein 28-Jähriger mit deutscher und russischer Staatsangehörigkeit. Ihm wird von der Bundesanwaltschaft versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Die Bundesanwaltschaft will um 12.30 Uhr über den Stand der Ermittlungen informieren.

Verdächtiger wohnte im selben Hotel

Am Dienstag vergangener Woche hatten vor dem Champions-League-Spiel der Dortmunder gegen den AS Monaco drei Sprengsätze am Mannschaftshotel gezündet, während der BVB-Bus vorbeifuhr. Dabei wurde der Abwehrspieler Marc Bartra in dem Fahrzeug von Splittern getroffen und schwer verletzt. Ein Motorradpolizist erlitt ein Knalltrauma.

Laut Bundesanwaltschaft hat der Beschuldigte am 11. April - dem Tag des Anschlags gegen den BVB-Bus - 15.000 Verkaufsoptionen für 78.000 Euro in Bezug auf die BVB-Aktie erworben. Die Papiere hätten eine Laufzeit bis zum 17. Juni gehabt. Der Kauf wurde demnach über einen Online-Anschluss des Mannschaftshotels abgewickelt. Der Beschuldigte habe die Papiere über einen am Anfang April 2017 aufgenommenen Verbraucherkredit finanziert, hieß es.

Der Käufer spekulierte laut GBA auf fallende Kurse - die Höhe des Gewinns hänge von der Höhe des Kursverlustes ab. Mit einem erheblichen Kursverfall wäre zu rechnen gewesen, wenn wegen des Anschlags Spieler schwer verletzt oder sogar getötet worden wären. Der Verdächtige sei wie die Mannschaft Gast im Mannschaftshotel gewesen und habe dort bereits am 9. April ein Zimmer im Dachgeschoss mit Blick auf den späteren Anschlagsort bezogen.

Die BVB-Spieler waren kurz vor dem Anschlag mit ihrem Bus vom Mannschaftshotel zum Champions League-Hinspiel gegen den AS Monaco abgefahren. Die drei Sprengsätze waren in einer Hecke in der Nähe des Hotels versteckt. Das Spiel war dann wegen des Anschlags um einen Tag verschoben worden.

Laut Generalbundesanwalt waren an den Ermittlungen mehrere hundert Beamte des Bundeskriminalamtes sowie der nordrhein-westfälischen und der baden-württembergischen Polizei beteiligt.

Die Sprengsätze waren dem Generalbundesanwalt zufolge über eine Länge von zwölf Metern in einer Hecke entlang der Fahrstrecke des Mannschaftsbusses angebracht. Die Sprengwirkung der mit Metallstiften bestückten Sprengsätze sei auf den Bus ausgerichtet gewesen. Ein Metallstift sei noch in einer Entfernung von 250 Meter aufgefunden worden. Die Zündung sei nach derzeitigem Erkenntnisstand für jeden Sprengsatz separat über eine funkausgelöste elektrische Schaltung erfolgt. Zur Art des verwendeten Sprengstoffs lägen noch keine gesicherten Erkenntnisse vor.

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