
Von Tobias Lupfer Rosenfeld/Dietingen. In ruhigen und vor allem klaren Gewässern schippert der Abwasserverband "Unteres Schlichemtal". Ein dringendes Bedürfnis beinhaltet der frisch verabschiedete Haushaltsplan dennoch: die Flachdachsanierung am Klärwerksgebäude."Es hat schon pressiert", setzt Frank Scholz, Bürgermeister von Dietingen und Verbandsvorsitzender, zur Erklärung an, warum das schon im letztjährigen Haushalt mit einer ersten Rate angesetzte Projekt an der Anlage in Böhringen noch immer auf den Startschuss wartet. Die Verbandsgemeinden – neben Dietingen mit den Ortsteilen Irslingen, Böhringen, Rotenzimmern und Gösslingen gehören auch Rosenfeld mit den Stadtteilen Täbingen und Leidringen sowie die Gemeinden Dautmergen und Zimmern u.d.B. dem Zusammenschluss an – haben sich darauf geeinigt, die Probleme mit dem Flachdach dauerhaft zu lösen. Heißt im Klartext: Lieber einmal etwas mehr Geld in die Hand nehmen, als in regelmäßigen Abständen immer wieder kostspielig ausbessern zu müssen.
Darum soll das Klärwerksgebäude entgegen der ursprünglichen Planung künftig mit einem Pult- statt einem Flachdach Wind und Wetter trotzen. Den Haushaltsplan, in dem die dafür nötigen Mittel bereitstehen, verabschiedete die Verbandsversammlung in ihrer jüngsten Sitzung in Rosenfeld einmütig.
Der Haushaltsplan hat ein Volumen von 317 000 Euro, die Verbandsumlage ist mit 283 000 Euro festgesetzt. 45 000 Euro waren für die Sanierung des Flachdachs veranschlagt – 20 000 Euro davon standen schon im Haushalt 2011 parat, weitere 25 000 Euro sind es im neuen Zahlenwerk. Für das Pultdach wird der Verband etwas tiefer in die Tasche greifen müssen: Auf 50 000 bis 70 000 Euro werden die Kosten laut Scholz geschätzt. "Das können wir aber mit den vorhandenen Mitteln abdecken." Die Ausschreibung, so hofft Scholz, könne noch im Februar laufen, Baubeginn soll dann um Ostern herum sein.
Sparen kann der aufgrund seiner Struktur übrigens weiterhin schuldenfreie Verband bei der Beseitigung des Klärschlamms. Die Kosten hätten sich in den vergangenen drei Jahren bei etwa 60 000 Euro eingependelt, erklärt Scholz – und somit wurde der bisherige Planansatz im Haushalt um 5000 Euro gesenkt. Die Zusammenarbeit mit einem örtlichen Betrieb, der den Klärschlamm mittels einer mobilen Presse direkt auf der Anlage trocknet und in Containern abtransportiert, laufe gut.
Technisch läuft die Kläranlage einwandfrei. Das Ergebnis der jüngsten Untersuchung vom Dezember 2011 attestiert dem Verband, dass die kritischen Inhaltsstoffe des in die Schlichem abgeleiteten Klärwassers allesamt deutlich unter den Grenzwerten liegen. Die Betriebsgenehmigung durch das Landratsamt Rottweil läuft noch bis 2015, so dass vorerst keine größeren Investitionen anstünden, sagt Scholz. Einzig der Bau zusätzlicher Regenrückhaltebecken könnte in den kommenden Jahren Thema werden.