Rosenfeld Erste Zentimeter entscheidend

Schwarzwälder-Bote, 20.04.2012 18:00 Uhr

Von Lorenz Hertle

Rosenfeld. Gebäude so zu sanieren, dass weniger Energie benötigt wird, ist löblich – es muss sich aber rechnen. Das ist das Fazit von Ingenieur Tilmann Stern, der zehn städtische Gebäude unter die Lupe genommen und das Ergebnis präsentiert hat.

Stern vom Büro Bewer Ingenieure in Neuhausen auf den Fildern legte in der jüngsten Gemeinderatssitzung dar, dass unter den Gesichtspunkten der Energieersparnis eine Sanierung an vier von zehn untersuchten Gebäuden sinnvoll wäre. Stern hatte die Ortsverwaltungen Bickelsberg, Brittheim, Isingen und Täbingen untersucht, die Turn- und Festhallen Heiligenzimmern, Täbingen und Isingen, die Feuerwehrgebäude Rosenfeld und Leidringen sowie die Grundschule Leidringen.

Der Ingenieur gab den Gemeinderäten zunächst eine ausführliche Lehrstunde, wie man Energieersparnis berechnet: nach Gebäudegröße und Volumen sowie Energieverbrauch.

Für einige Zuhörer überraschend die Aussage Sterns: "Die ersten fünf bis zehn Zentimeter einer Wandisolierung bringen am meisten", erläuterte Stern. Dickere Isolierplatten brächten proportional mehr Energieeinsparung, seien aber teurer in der Herstellung, was wiederum die Ersparnis unterm Strich reduziere. Sein Rat: "Lieber mehrere Gebäude mit fünf Zentimetern isolieren als eines mit 40."

Stern rechnete die Rangfolge auch nach der CO2-Einsparung durch. Keine Emissionen haben die Turn- und Festhalle Heiligenzimmern, die mit Holzhackschnitzeln geheizt wird, die Leidringer Grundschule mit ihrer Pelletsheizung und das Rosenfelder Feuerwehrhaus, das am Nahwärmenetz hängt.

Mehrere Gebäude werden noch per Nachtspeicherheizung erwärmt. Diese Öfen, die Asbest enthalten, dürfen zumeist nach Ende 2019 nicht mehr betrieben werden, so Stern. Betroffen sind die Ortschaftsverwaltungen Bickelsberg und Täbingen sowie das Feuerwehrgebäude in Leidringen. Dort müssen künftig andere Heizsysteme installiert werden, so Stern auf eine Frage von Täbingens Ortsvorsteher Erhard Sautter. Der Ingenieur stellte eine Rangliste auf. Auf Platz eins für eine energetische Sanierung käme die Täbinger Halle, gefolgt von der Bickelsberger und Brittheimer Ortschaftsverwaltung, der Halle in Isingen, dem Feuerwehrhaus Leidringen sowie den Ortschaftsverwaltungen Täbingen und Isingen. Eine energetische Modernisierung hält Tilmann Stern nur bei einer langfristigen Nutzung für sinnvoll und wenn etwa Fenster oder Dach sanierungsbedürftig seien.

 
 
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