
Von Tobias Lupfer Rosenfeld-Heiligenzimmern. Unter die Erde und zurück: 2012 soll nach langer Planungsphase Bewegung in die Renaturierung des Danbachs in Heiligenzimmern kommen – und das Gewässer am Ende wieder oberirdisch fließen."Wir hoffen, in Kürze die Freigabe zu erhalten", bestätigt Stadtbaumeister Bernhard Müller. Die wasserrechtliche Genehmigung für das Großprojekt, das für den Hochwasserschutz in Heiligenzimmern von elementarer Bedeutung ist, muss das Landratsamt erteilen. "Wenn wir die Freigabe haben, dürfen wir die Ausschreibung machen", erklärt Müller das weitere Vorgehen.
Seit 2010 wird in Heiligenzimmern über die ideale Lösung zum Hochwasserschutz diskutiert. Wie berichtet, hatten Ortschafts- und Gemeinderat im Januar 2011 sich gemeinsam zu einem Kraftakt durchgerungen, und der Renaturierung des Danbachs im damaligen Haushaltsentwurf den Vorzug vor der Sanierung des Rathauses gegeben. Und doch plätschert das an sich harmlose Gewässer, das es bei starken Regenfällen in sich haben kann, nach wie vor unter Tage. In den 1970er-Jahren wurde der Danbach auf einer Länge von 604 Metern dorthin in Dolen "verbannt" – als Hochwasserschutz.
Die Überzeugung, dass die Rolle rückwärts ökonomisch wie ökologisch sinnvoll ist, ist in den Gremien längst gefestigt und unstrittig. Gut 1,26 Millionen Euro soll die "Befreiung" des Danbachs aus seinem unterirdischen Korsett, dessen Druckleitungen laut Ingenieur Markus Heberle vom gleichnamigen Büro in Rottenburg nicht für Hochwasserabflüsse geeignet sind, kosten. Die Förderanträge seien vorbereitet, betont Stadtbaumeister Müller – und wirft im gleichen Atemzug Zweifel daran, was bislang geleistet wurde, über Bord: Man habe die verstrichene Zeit gut genutzt, die Planung ausgearbeitet. Auch wenn damit der ursprünglich anvisierte Zeitplan leicht ins Hintertreffen geraten sei: Jetzt gelte es, den Terminplan für das Großprojekt zu schnüren. "Das sind viele, viele Gespräche." Und es gilt abzuwarten, ob die für das Projekt erhofften Zuschüsse vom Regierungspräsidium tatsächlich bewilligt werden.
Auch, wenn bis zur Vergabesitzung noch einige Zeit vergehen wird: In Heiligenzimmern ist man zuversichtlich, dass die Theorie am Danbach nun bald der Praxis Platz macht – und die stete Hochwassergefahr dann in absehbarer Zeit ein Stück für die Geschichtsbücher sein wird.