Von Bettina Stehle

Rosenfeld-Heiligenzimmern. Es ist eine der ärmsten Regionen Europas, der Osten der Slowakei. Verarmte Dörfer mit einer Arbeitslosigkeit von 60 bis 90 Prozent. Desolat sind die Wohnverhältnisse und die Bedingungen, unter denen die Kinder dort aufwachsen. Aber an Weihnachten werden ihre Augen strahlen, sie werden fröhlich sein.Der Grund dafür sind Weihnachtspakete aus Heiligenzimmern, die die Familie Simmendinger und ihre Freunde geschnürt haben. 260 sind es in diesem Jahr, welche die Kindergarten- und Schulkinder in Uzovska Panice und Umgebung geschenkt bekommen.

Bereits zum achten Mal wird diese Aktion unter Federführung von Annemarie und Josef Simmendinger organisiert. Sie unterstützen seit Jahren die katholische Laienbewegung "Familie Mariens", die unter anderem eine Missionsstation in Uzovska Panice unterhält und von dort aus 22 Dörfer betreut.

In die Weihnachtspakete kommen Socken, Schals, Mützen und Hygieneartikel. Auch Schulutensilien und kleines Spielzeug werden darin verpackt. Dabei erhielt das Ehepaar Simmendinger viel Unterstützung: Textilfirmen spendeten neue Unterwäsche und Handtücher, Sportartikel wurden eingesammelt, Verwandte und Bekannte haben Socken und Schals gestrickt. Auch die Rosenfelder Kinderbörse unterstützt jedes Jahr diese Aktion mit Sach- und Geldspenden.

"Ein Großteil der Beschenkten kommt aus ärmsten Verhältnissen", berichtet Pater Lorenz von der "Familie Mariens", der kurz vor Weihnachten mit einem Kleinbus die Geschenke abholte. Die Kinder freuten sich sehr über die Bescherung, denn von ihren Eltern könnten sie keine Geschenke erwarten.

In dem Gebiet gebe es kaum Industrie. Nach dem Niedergang des kommunistischen Staats hätten ausländische Investoren Fabriken und Brauereien gekauft, um sie dann zu schließen. Auch in der Landwirtschaft seien Arbeitsplätze durch den Einsatz großer Maschinen verloren gegangen. Der Pater war dankbar für die Unterstützung und berichtete von überschwänglicher Freude der Kinder.

"Wenn man vor Ort diese Armut sieht, geht das einem unter die Haut", schildert Annemarie Simmendinger die Zustände. Mit ihrem Ehemann hat sie schon mehrfach die Missionsstation in der Slowakei besucht.

Motivation für die gläubige Christin ist die Freude, die die Gaben aus Heiligenzimmern auslösen. "Ich halte ich mich auch an das Bibelwort: Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan", sagt sie voller Überzeugung.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass das Ehepaar Simmendinger das ganze Jahr für diese Sache tätig ist. Jedes Vierteljahr wird ein großer Anhänger mit Kleidung und Gebrauchswaren in die Slowakei geschickt. Im vergangenen Herbst lieferten sie an die Missionsstation 1500 Liter Apfelsaft. Tagelang waren sie dafür mit Helfern im Einsatz und haben Äpfel aufgelesen. Der Höhepunkt des Jahres ist jedoch die Weihnachtsaktion und die Gewissheit, dass die Kinder in der armen Region an Weihnachten voller Freude die Päckchen in Empfang nehmen können.