Von Daniela Schweikardt

Rohrdorf. Der Feuerwehrbedarfsplan für Rohrdorf ist nun beschlossene Sache: die Gemeinderäte haben dem maßgeblich von Hauptamtsleiter Andreas Langner und Feuerwehrkommandant Manfred Helber erstellten Werk zugestimmt.

Bereits vor knapp einem Jahr verschafften sich die Gemeinderäte aus Rohrdorf im Rahmen einer Besichtigung vor Ort einen Überblick über die Situation der örtlichen Feuerwehr, von daher war für sie die Darstellung im neu konzipierten Feuerwehrbedarfsplan nachvollziehbar.

Der Bedarfsplan wurde jetzt erstmalig erstellt, wie Langner betonte, er soll aber alle fünf Jahre überarbeitet und aktualisiert werden. Neben Langner und Helber haben acht weitere Mitglieder der Feuerwehr daran mitgearbeitet, den Bedarfsplan für die Rohrdorfer Wehr zu erstellen, schließlich umfasst er die Feststellung der Gemeinde- und Feuerwehrstruktur sowie die Bewertung der Leistungsfähigkeit der Gemeindefeuerwehr Rohrdorf und die individuelle Bewertung des örtlichen Risikos. Hier wurden besonders die Gewerbebetriebe oder Verkehrswege mit besonderen Gefahrenschwerpunkten erarbeitet. Unter Berücksichtigung aller dieser Aspekte resultierte die Konzeption für die folgenden Jahre.

Die Fahrzeugplanung ist bereits recht konkret: das alte Tanklöschfahrzeug (Baujahr 1987) soll 2015 ausgemustert und durch ein neues HLF 10/6 ersetzt werden. Angesichts der Tatsache, das 64 Prozent der Einsätze der Rohrdorfer Wehr im Bereich technische Hilfeleistung sind, ist die Ausstattung mit einem Fahrzeug mit entsprechendem technischen Rüstsatz notwendig. "Was bringt es der Feuerwehr wenn sie mit 1800 Liter Wasser im Tank zu einem Verkehrsunfall kommt und das Unfallopfer nicht aus dem Fahrzeug befreien kann", stellte Kommandant Manfred Helber klar, wieso das neue Feuerwehrfahrzeug zugunsten technischer Geräte einen geringeren Löschwassertank mit sich führt. Zusammen mit dem zweiten Fahrzeug der Feuerwehr stehe ausreichend Wasser für einen Ersteinsatz zur Verfügung, und dann müsse sowieso die Löschwasserversorgung stehen, so der Kommandant.

Ohne zeitlichen Horizont war das Fazit im Hinblick auf die derzeitige Unterbringung am Gerätehaus. Das Gerätehaus ist zu klein, selbst ein gleichzeitiges Einsteigen in die Fahrzeuge ist nicht möglich, abgesehen davon, dass viele Gerätschaften wie beispielsweise das Rettungsboot an anderen Standorten gelagert sind. Der Werkstattbereich ist zu klein, Sanitärbereiche gibt es nur für Herren, die Feuerwehrfrauen haben weder separate Toiletten noch Umkleidemöglichkeiten, Duschmöglichkeiten fehlen komplett . "Unter Berücksichtigung der Unfallverhütungsvorschriften und der Arbeitsstättenrichtlinien ist das Feuerwehrgerätehaus nicht mehr auf den aktuellen Stand zu bringen", so das Fazit im Bedarfsplan – es wird der Bau eines neuen Gerätehauses empfohlen. So ganz ohne zeitlichen Horizont ist das Resüme zum Feuerwehrgerätehaus indes doch nicht: spätestens wenn das neue Fahrzeug kommt, sollte eine Lösung auf dem Tisch sein, denn ein neues Norm-Feuerwehrfahrzeug könnte – aufgrund der zu geringen Gerätehaushöhe – nicht im jetzigen Feuerwehrgerätehaus untergestellt werden.

Wie Bürgermeister Joachim Flik ausdrücklich betonte handelt es sich bei der Feuerwehr um keinen Verein, sondern um eine Einrichtung der Gemeinde, bei der sich die Feuerwehrmänner und -frauen ehrenamtlich und in vielschichtigen Bereichen zum Wohle der Bürgerschaft einsetzen. Er bedankte sich ausdrücklich für dieses Engagement.

Auf Anfrage von Gemeinderat Wolfgang Schlecht bestätigte Kreisbrandmeister Hans-Georg Heide, dass der vorliegende Bedarfsplan angemessen und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zweckmäßig ist. Die Planungen überzeugen und seien nicht übertrieben, da lege er selbst großes Augenmerk darauf.