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Rohrdorf Ernas größter Wunsch ist ein echter Weihnachtsbaum

Schwarzwälder-Bote, vom 23.12.2011 22:00 Uhr
Für Abwechslung im Klinikalltag sorgen die Klinikclowns: Für einen Augenblick lassen sie Erna die Leukämie vergessen.  
Foto: privat Foto: Schwarzwälder-Bote
Für Abwechslung im Klinikalltag sorgen die Klinikclowns: Für einen Augenblick lassen sie Erna die Leukämie vergessen. Foto: privat Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Diana Nägele

Rohrdorf. Die kleine leukämiekranke Erna aus Rohrdorf hat zu Weihnachten nur einen Wunsch: einen Weihnachtsbaum zuhause im Wohnzimmer. Den kann ihr die Kinderklinik Tübingen nicht erfüllen. Erna muss während der Feiertage im Krankenhaus bleiben.

Die vierjährige Rohrdorferin bekommt gerade wieder Medikamente, die die Leukämiezellen weiter eindämmen sollen. Dafür muss Erna permanent überwacht werden. Ernas Zimmernachbarin darf ihr Bett in der Tübinger Kinderklinik für zwei Tage verlassen und ist Weihnachten zuhause. Bei Erna besteht ein zu hohes Risiko, dass ungeahnte Nebenwirkungen auftreten, weshalb die permanente Überwachung unerlässlich sei. "Das geht nunmal nur im Krankenhaus", sagt Ernas Vater Axel Brunner und seufzt.

Vor zwei Wochen hat sie die letzte Chemotherapie bekommen, jetzt verliert sie wieder ihr Kopfhaar. An Heiligabend kommen ihre Großeltern, ihre kleine Schwester Ronja und ihre Eltern zu ihr in die Klinik. Inzwischen ist Erna, trotz der schlechten Blutwerte, etwas aktiver im Alltag: Sie isst wieder regelmäßig, spielt ab und an mit ihren Spielsachen.

Eigentlich hat sich die vierjährige Erna Brunner zu Weihnachten keine Spielsachen, dafür einen echten Tannenbaum gewünscht. Doch dieser Wunsch bleibt unerfüllt. Einen echten Tannenbaum dürfen Ernas Eltern nicht auf die Onkologiestation mitbringen. Das Infektionsrisiko sei zu hoch. Über die Aktion Erna spendete ein Baumarkt inzwischen einen kleinen Plastik-Tannenbaum, der im Krankenzimmer steht.

Fast jedes Kind wünscht sich neue Spielsachen zu Weihnachten. Erna dagegen ist mit kleinen Dingen glücklich, die für andere alltäglich sind. Als etwa vor ein paar Tagen der Winter in die Region kam, wünschte sie sich einen Schneemann zu bauen. Da sie wegen ihres schwachen Immunsystems nicht an die frische Luft durfte, brachte ihr ihr Vater kleine Schneebälle mit, die sie gemeinsam zu einem Schneemann formten.

Inzwischen werden dank der vielen Spenden die Antikörper produziert, die für die leukämiekranke Erna die letzte Hoffnung bedeuten. Und nicht nur für sie. Die Aktion Erna verzeichnet derzeit einen Kontostand von über 300 000 Euro, so dass die Studie, die notwendig ist, damit das Medikament und die Behandlung offiziell zugelassen werden können, jetzt begonnen wird. "Das haben wir überhaupt nicht erwartet", freut sich Hans-Werner Stahl von der Stiftung des Vereins für krebskranke Kinder Tübingen.

Vier weitere leukämiekranke Kinder sind jetzt in der Warteschlange. Auch an ihnen wurden wie bei der kleinen Erna sämtliche Behandlungen gegen den Blutkrebs durchgeführt, doch ohne Erfolg. Für die Kinder ist die Antikörpertherapie zusammen mit der Stammzellentransplantation die letzte Hoffnung auf Heilung. Eine Alternative gibt es nicht. "Tübingen ist auf dem Gebiet zum Kompetenzzentrum geworden", weiß Hans-Werner Stahl. Mit dem gespendeten Geld sollen 30 Kinder auch außerhalb Tübingens behandelt werden.

Die Studie werde sich über Jahre hinweg ziehen und das Geld reiche bei weitem nicht aus, "weshalb wir nicht aufhören und uns nicht zurücklehnen", kündigt Stahl an. "Wir hätten niemals mit der großen Resonanz gerechnet", freut er sich. "Das ist wirklich überwältigend."

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