
Washington - Wenn es etwas gibt, was die Popularität Steven Slaters verdeutlicht, dann ist es eine neue Redewendung: "Grab a beer and slater on out of there" - "schnapp dir ein Bier und slater raus hier". Spätestens beim dritten Bier nach Feierabend, wenn tiefgehegte Wunschvorstellungen kommen, ist ein Abgang à la Steven Slater an Amerikas Theken wieder in aller Munde.
Mitte August machte der Steward der amerikanischen Billigfluglinie JetBlue nach der Landung in New York nach einem Streit mit einem Passagier seinen Abgang über die Notrutsche - mit einem letzten Gruß und einer Büchse Bier aus der Bordbar in der Hand. Seitdem ist Slater zum "working class hero", zum Helden der Arbeiterklasse amerikanischer Prägung, aufgestiegen.
Manager vermittelt lukrative Aufträge
Ein amerikanischer Traum in umgekehrter Richtung: Sich aus dem ungeliebten Job ähnlich stilvoll zu verabschieden wünschen sich offenkundig viele - zumal in diesen Krisenzeiten, in denen man eigentlich dankbar sein muss, überhaupt noch irgendeinen Job zu haben. Der neue Held hat sich seit seinem Abgang rar gemacht, offenbar aus Kalkül. Längst hat Slater einen Medienmanager, der die lukrativen Angebote für Auftritte in den Talkshows und vielgesehenen TV-Morgensendungen prüft.
In der Branche hat Slaters Agent Howard Bragman einen klingenden Namen. Die Clinton-Praktikantin Monika Lewinsky vermarktete Bragman ebenso wie die Tennis-Diva Martina Navratilova, die nach ihrem Coming-out als Lesbe Popularitätseinbrüche fürchten musste. Slater, so Bragman, habe das Potenzial für mehr als 15 Minuten Ruhm. Die Produzenten rennen ihm ohnehin die Bude ein, um Slater vor die Kamera zu kriegen. Amerikas Bierbrauereien, das liegt nahe, wünschen sich Slater als Werbeträger.
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