Stuttgart/Berlin - Für die baden-württembergische CDU ist die Kritik von Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse an Schwaben in Berlin „totaler Stuss“. „Herr Thierse versucht, ein billiges Hintertürchen zu nehmen, indem er sich jetzt mit „Humor“ herausreden will“, sagte CDU-Landeschef Thomas Strobl am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Der SPD-Mann habe wohl bemerkt, dass er sich verrannt hat. „So ganz ernst sollte man solches Geschwätz eh nicht nehmen“, meinte Strobl, der als Bundestagsabgeordneter selbst viel Zeit in Berlin verbringt.

Er erinnerte Thierse aber daran, „dass Multikulti mit dem Respekt vor den eigenen Landsleuten beginnt“. Und mit Blick auf die Milliarden-Zahlungen der Baden-Württemberger in den Länderfinanzausgleich ergänzte Strobl: „Es sollte nicht ganz vergessen werden, welch grenzenlose Solidarität gerade Berlin über Jahrzehnte erfahren hat.“

Thierse hatte sich „Berliner Morgenpost“ über die zahlreichen Schwaben in seinem Heimatbezirk ausgelassen. „Ich ärgere mich, wenn ich beim Bäcker erfahre, dass es keine Schrippen gibt, sondern Wecken“, sagte er. „In Berlin sagt man Schrippen - daran könnten sich selbst Schwaben gewöhnen.“ Die Aufregung über seine Äußerungen sei lächerlich, sagte er später dem „Tagesspiegel“. Der SPD-Mann findet es überraschend, dass die „organisierte Schwabenschaft“ sich über seine Bemerkung mokiere. „Berliner haben mehr Witz“, meinte er.