Ratshausen Vermisstensuche mit "Gschmäckle"
(sad), 25.09.2012 08:36 Uhr
Auch Hunde waren bei der Suche nach dem vermissten Rollstuhlfahrer im Einsatz. Foto: Dieter
Ratshausen/Balingen - Glückliches Ende – böse Begleitumstände? Im Zusammenhang mit der Suche nach dem am Freitag in der Seniorenresidenz in Rathausen zunächst als vermisst gemeldeten und am Samstag wieder aufgefundenen 77-jährigen Mannes gibt es, auf gut Schwäbisch, ein Gschmäckle.
Die Frau, die in der vergangenen Woche fristlos als Geschäftsführerin der Ratshausener Seniorenresidenz entlassen worden war, bekam am Samstagmorgen im Zusammenhang mit der Suchaktion Besuch von der Polizei.
Sie sei von der Hauswirtschafterin der Pflegewohnanlage in Balingen, in der die meisten ihrer Kunden leben und in der sie auch ihr Büro habe, angerufen worden, weil zwei Polizeibeamte auf der Suche nach dem Verschwundenen im Haus waren, so die Frau im Gespräch mit unserer Zeitung. Statt durch den Haupteingang betraten die Beamten demnach das Gebäude durch eine Terassentür – und standen nach Angaben einer Angestellten mitten in der Wohnung eines Mannes, der intensive Betreuung benöigt. Dort seien sie dann auch der diensthabenden Pflegekraft aufgefallen.
Als die ehemalige Geschäftsführerin der Seniorenresidenz daraufhin bei der Polizei anrief und nach dem Grund des Besuchs fragte, habe der Polizist gesagt, dass sie ja bis vor Kurzem in Ratshausen gearbeitet habe und man alle Möglichkeiten, wo sich der Verschwundene aufhalten könnte, überprüfe.
Von Ratshausen – nach Balingen – im Rollstuhl? Die Pflegedienstleiterin vermutet, dass der Inhaber der Seniorenresidenz die Polizei gezielt auf sie angesetzt habe und ihr eine Entführung unterschieben wollte. Nach der Kündigung in der vergangenen Woche habe er ihr das Leben sehr schwer gemacht. Die Polizei bestätigt, dass sie im Rahmen der Suche in der Wohnanlage war: "Das war eine routinemäßige Überprüfung. Bei uns lag aber kein Tatverdacht der Entführung vor", erklärte ein Sprecher gestern auf Anfrage unserer Zeitung.
Der 77-Jährige, der am Samstag um die Mittagszeit in seinem Rollstuhl sitzend im Wald nahe Ratshausen aufgefunden wurde, ist derzeit im Krankenhaus. Nach Angaben seiner Tochter ist "soweit alles in Ordnung". Nach weiteren Behandlungen wird er wieder in Ratshausen einziehen.



Polizei
Um Unbefugt über Terrassentüren in Gebäude einzudringen ist es den Beamten tatsächlich Möglich Ihre E-klasse zu verlassen!Vieleicht hätten die Damen und Herren in jener Nacht ebebfalls Ihre wohlgewärmte E-Klasse verlassen sollen,um so wie die anderen kostenlosen Hilfskräfte,im strömenden Rgen nach dem Vermissten zu suchen!Er wäre wohl 1 Stunde nach Alarmierung wohlbehalten in seinem Wohnheim zurück gewesen und nicht erst 15 Stunden später,in genau deren Suchgebiet gefunden worden!!!
Rollstuhlfahrer
Das Verhalten der Polizei war nicht Gesetzeskonform! Die andere Frage die sich mir stellt, was war mit der Aufsichtspflicht in diesem Heim? Wahrscheinlich ist es so wie in anderen Häusern auch: 1 examinierte Kraft und 10 Helferinnen oder Helfer für die ganze Einrichtung. (damit der Gewinn stimmt) Normalerweise dürfte kein Bewohner unbeaufsichtigt das Heim oder die Anlage verlassen können, vielleicht war aber auch gerade wieder Kaffee- oder Raucherpause...
unglaublich
Kann meinen beiden Vorrednern nur zustimmen, ich hoffe der Patient oder dessen Betreuer erlässt eine Dienstaufsichtsbeschwerde, gegen dieses Rücksichtslose vorgehen der Polizeibeamten muss vorgegangen werden.