Rangendingen Stärken der jungen Menschen sollen besser gefördert werden

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Die Schüler zeigen ihre Kompetenzen in Betrieben, in der Kantine und bei der Seniorenbetreuung. Fotos: Ullrich Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Bernd Ullrich

Rangendingen-Bietenhausen. "Einen Tag Schule ohne Fächer – aber mit vielen Lernfeldern", so formuliert Horst Rein, Rektor der Schule für Erziehungshilfe in Bietenhausen, den Dienstag jeder Woche. Dann ist Arbeitstag für die Schüler der Klassenstufen sieben bis neun.

In der Schule werden etwa 100 Schüler in den Klassenstufen eins bis neun unter Berücksichtigung der Bildungspläne für Grund- und Hauptschulen von etwa 20 fachlich qualifizierten Lehrkräften unterrichtet. Bei den Kindern und Jugendlichen handelt es sich um junge Menschen, die aufgrund ihrer bisherigen Lebenswirklichkeit und -situation in einer Regelschule schnell an ihre Grenzen stoßen.

"Durch unseren Dienstag-Arbeitstag wollen wir erreichen, dass die jungen Leute, die sich bisher nur wenig selbstwirksam erlebt haben, zu einem möglichst ausgewogenen Selbstwertgefühl finden. Das gelingt zwar nicht in allen Fällen zufrieden stellend für alle, aber es verbessert die Situation", erklärt Schulleiter Horst Rein. Für ihn und die Mitglieder des Lehrerkollegiums gilt das christliche Selbstverständnis: "den Menschen annehmen". Für ihren Arbeitstag können die Schüler ein passendes Angebot heraussuchen oder passend formen, gilt es doch die Stärken der Kinder und Jugendlichen zu fördern.

Im Tagespraktikum arbeitet ein Junge derzeit im Lager eines Metall verarbeitenden Betriebes in Bisingen. Die Arbeit mache ihm Spaß und er könne sich durchaus vorstellen, später einmal in der Branche seinen Broterwerb zu suchen, meint er. Eine Gruppe von Jungen arbeitet in der "Schülerfirma Technik" und stellt verkaufbare Holzarbeiten wie Bänke, Nussknacker oder Spiele her. Auch Einrichtungen für die Schule und Unterrichtsmaterial entstehen in der Werkstatt unter fachkundiger Anleitung.

Ebenfalls unter Anleitung wird in der Schulkantine gearbeitet. Planung, Einkauf, Kochen und Backen, Bewirtung und Spülen gehören zu den Aufgaben des Teams. Hier ist ein hohes Maß an Miteinander gefordert. Die Schülerfirma "Bob macht’s" übernimmt für das Diasporahaus Hausmeisteraufgaben. "Wir erledigen fast alles für Sie. Auch wenn die Arbeiten dreckig oder schwer sind", heißt die Devise. Ob Gartenarbeiten, Auto waschen, Besorgungsfahrten, Müllentsorgung oder sonst etwas. Und das zu einem überaus moderaten Preis. Und da sich die Jungen sozial engagieren wollen, ist die Hilfe für bedürftige Familien kostenlos.

Bei Senioren ist Geduld gefordert

Stark sozial engagiert sich eine weitere Gruppe beim Sozialtag. Hier geht es um die Planung, Durchführung und Reflektion von Spiel- und Beschäftigungsaktivitäten mit Bewohnern einer Senioreneinrichtung. Die älteren Herrschaften sind in aller Regel sehr dankbar für die Zuwendung junger Menschen. An diese werden ungewohnte Anforderungen gestellt. Der übliche Sprachjargon muss notgedrungen einer anderen Wortwahl weichen. Es ist Geduld gefordert, denn die andere Seite braucht oft genug länger um sich verständlich zu machen. Aber die überaus positive Rückkopplung ist der eigentliche Lohn. Es entsteht ein Gefühl von Dankbarkeit, Bindung und von Wärme.

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