Rangendingen Das Ziel ist eine neue "Gehkultur"

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Mehrere Stellen entlang der Fußwege brennen den Besuchern unter den Nägeln. Foto: Beiter Foto: Schwarzwälder-Bote

Mit dem Fußverkehrs-Check bekommen in Rangendingen die Fußgänger eine Stimme. Am Donnerstag fand im Gemeindehaus die Auftaktveranstaltung mit dem Büro Planersocietät statt.

Rangendingen. Vielleicht hätte sich Bürgermeister Johann Widmaier für den Auftakt mehr Besucher gewünscht, doch die, die ins Gemeindehaus gekommen waren, zeigten sich sehr engagiert.

Auf Aufforderung von Philipp Hölderich vom Büro Planersocietät aus Karlsruhe klebten sie insgesamt 17 Punkte auf den Ortsplan – jeder davon steht für einen Weg, eine Straße oder eine Kreuzung, an der nach Meinung der Besucher die Situation für die Fußgänger verbesserungsfähig ist. "Weil sie die Örtlichkeiten am besten kennen, ist ihr Nutzer-Know-How gefordert", lud der Städteplaner zu einer aktiven Beteiligung der Anwohner und Nutzer auf. Dies gelte ausdrücklich auch für die Begehungstermine am Donnerstag, 6., und Dienstag, 18. Oktober.

Mit der Gemeindeverwaltung hatte das Büro bereits mehrere Punkte herauskristallisiert. Per Telefon, Internet und in Gesprächen hätten im Vorfeld außerdem viele Bürger weitere Vorschläge auf dem Rathaus vorgebracht, erzählte Widmaier. Das Planungsbüro werde allen Vorschlägen nachgehen, sagte Hölderich zu.

Mit dem Fußverkehrs-Check soll ein Impuls für mehr Akzeptanz des Fußverkehrs gesetzt werden, sagte Hölderich. Ziel sei langfristig eine "neue Gehkultur", an deren Ende sicherere und attraktivere Fußwege stehen sollten. Weswegen Hölderich die neun Kommunen dieses Jahres, darunter neben Städten wie Freiburg, Lahr oder Ludwigsburg auch die Gemeinde Rangendingen, nach Abgabe des Abschlussberichts Anfang 2017 in einer Bringschuld gegenüber seinen Bürgern sieht. "Es wird einen Maßnahmenkatalog mit einer Prioritätenliste geben", blickte er in die Zukunft.

Bürgermeister Widmaier stand dieser Erwartungshaltung durchaus positiv gegenüber: "Wir müssen unsere Hausaufgaben erfüllen", sah er die Notwendigkeit zum Handeln. Schließlich habe man sich mit dem Slogan "Sicher und Gesund aufwachsen in Rangendingen" aktiv um einen Zuschlag für das Projekt beworben, so Widmaier weiter.

Am ersten Begehungstermin am 6. Oktober geht es vom Rathaus über den Schulweg ins Baugebiet Schmehläcker und von dort in die Haigerlocher Straße und auf die Au. Zurück werden die Fußgängerüberwege an der L 410 angeschaut. Am 18. Oktober geht der Weg von der Ortsmitte zur Grosselfingerstraße und von dort durch das Baugebiet Göhren zur Kreuzung bei den Einkaufszentren. Zurück wird die Bushaltestelle am Bahnhof begutachtet. Start ist jeweils am Rathaus um 17 Uhr.

Die verschiedenen Punkte des Fußverkehrs-Checks in Rangendingen: Querungshilfe an der L 410 am Ortsausgang Haigerloch. Fußgängerüberwege am Löwen und an der Hirrlinger Straße an der L 410. Die Park-Situation an der Schule und beim Kindergarten. "Da geht es chaotisch zu", sagte Widmaier. Die Kreuzung Haigerlocher Straße/Lehmgrubenstraße. Überwege an der L 391 (Grosselfinger Straße), wo es keine sicheren Übergänge gibt. Fehlende Gehwege im Baugebiet Göhren und in der Fabrikstraße bis zum Edeka. Lange Wartezeiten und zu kurze Rotphasen an der Fußgänger-Ampel. Behinderten- und Rollatorgerechte Spazierwege um den Ort sowie fehlende Ruhebänke entlang der Wege. Kreuzung Netto-/Edeka-Markt.

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