Radsport "Das war absolut die richtige Entscheidung"

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Bei optimalen Wetterbedingungen lief gestern am ersten Tag des 17. RiderMan traditionell das Einzel-Zeitfahren über 16 Kilometer. Unser Bild zeigt Thomas Büttner aus Durchhausen (bei Tuningen) bei seinem Start. Foto: Müller Foto: Schwarzwälder-Bote

Es wird wohl der RiderMan der Rekorde. Die Teilnehmer kommen aus 26 Nationen, alleine am morgigen Sonntag werden bis zu 1000 Starter die letzte Etappe von Bad Dürrheim aus unter die Räder nehmen. Doch nicht nur deshalb spricht Veranstalter Rik Sauser von einem "Mammut- event", das gestern mit dem Zeitfahren begann.

Herr Sauser, Sie haben sicher in dieser Woche öfters einen Blick auf die Wetter-Apps gewagt.

(lacht). Natürlich, bei Freiluftveranstaltungen spielt das Wetter schon eine große Rolle. Deshalb bin ich erleichtert, dass für das Wochenende in und rund um Bad Dürrheim die Rückkehr des Sommers vorhergesagt wird. Wir hatten in den bisherigen 16 RiderMan-Jahren übrigens fast immer Glück mit dem Wetter.

Aber das gute Wetter kann ja nicht der Hauptgrund sein, weshalb der RiderMan immer beliebter wird.

Nicht nur, aber es gehört dazu. Entscheidend war im Jahr 2009, dass wir am RiderMan große Veränderungen vorgenommen haben. Dabei ging es vor allem um ein neues Streckenprofil. Der 25 Kilometer lange Rundkurs war den meisten Fahrern einfach zu langweilig geworden. Dabei haben wir hier im Schwarzwald-Baar-Kreis und in der gesamten Region so viele tolle Strecken. Diese wollten wir nutzen. So kam es zum Wandel zum Drei-Etappen-Rennen und zum Ausbau der Strecken auf den Landkreis. Das war absolut die richtige Entscheidung, was uns auch die Fahrer bestätigen. Diese sind begeistert vom neuen Profil, was ja nun auch wieder die Starterzahlen zeigen.

Und wie sehen diese in diesem Jahr aus?

Bis jetzt ist klar, dass gut 700 Fahrer alle drei Etappen bestreiten. Dazu kommen noch die Einzelstarter beim Einzelzeitfahren und bei der dritten Etappe am Sonntag. Am Sonntag erwarte ich, dass zwischen 950 und 1000 Fahrer auf die Strecke gehen. Auf jeden Fall wird es in Sachen Starter einen Rekord geben.

Diese kommen in diesem Jahr aus 26 Nationen.

Dies ist richtig. Darunter sind Thailänder, Australier, US-Amerikaner, Japaner oder Südafrikaner. So ein internationales Feld hatten wir in Bad Dürrheim noch nie.

Allerdings wird der Aufwand für die Organisation dieses Rad-Events immer größer.

So ist es. Es ist schon der Wahnsinn, was alles gemacht werden muss. Wir haben das Rahmenprogramm und die Expo ausgeweitet. Das war eine Herkulesaufgabe. Weiter werden alle 45 Motorradfahrer einheitlich eingekleidet. Zudem müssen die Folien an den Autos angebracht werden. Diese werden auch noch mit Funk ausgerüstet. Die Strecken müssen abgefahren werden. Wir wollen so mögliche Gefahren für die Fahrer – wie zum Beispiel durch Schlaglöcher – noch beseitigen. Weiter mussten wir rund 200 Halteverbotsschilder entlang der Rennstrecke platzieren. Dazu kommen 2000 Meter Absperrgitter. Insgesamt sind rund 600 Verkehrszeichen aufgestellt worden. Die Rennstrecke muss ausgeschildert, die Werbebanden im Start/Ziel-Bereich installiert und die Bergwertungen ausgezeichnet werden. Die Expo mit Zelten, Gastronomie und Bühne muss aufgebaut werden. Der logistische Aufwand ist also extrem hoch und personell sehr aufwendig. Außerdem gibt es immer wieder Baustellen und Umleitungen, was man im Vorfeld abklären muss. Wir haben ja einen Begleittross von rund 80 Fahrzeugen.

Also werden auch die Profis um Simon Geschke am Sonntag den Weg wieder ins Ziel in der Salinenstraße finden?

(lacht). Das hoffe ich doch sehr. Es ist schon außergewöhnlich, dass die ehemalige Cross-Weltmeisterin Hanka Kupfernagel, der ehemalige Skispringer Alexander Herr sowie die beiden Radprofis Simon Geschke und Johannes Fröhlinger vom Team Giant Alpecin am Sonntag dieses Jedermann-Rennen bestreiten. Zudem hat auch der Unterbaldinger Olympia-Teilnehmer Domenic Weinstein endlich einmal Zeit für den RiderMan. Auch auf Domenic freue ich mich sehr.

Apropos Profis. Sie haben in der Vergangenheit ja auch Profirennen in Schwenningen und in Triberg ausgerichtet. Gibt es Pläne, diese wiederzubeleben?

Sicher, diese müssten wir nur aus der Schublade holen. Eine Wiederbelebung von Profirennen wie dem GP Triberg-Schwarzwald oder dem Schwenninger Sparkassen-Cup ist aber nur denkbar, wenn Sponsoren dies auch wollen. Wenn sich dies finanzieren lässt, sind wir sofort dabei. Die Lust und das Know-how haben wir dazu. Aber wir müssen nichts über das Knie brechen.

Einige Sponsoren haben auf jeden Fall wieder Lust auf Profi-Radsport. Die Deutschland-Tour wird es ja ab 2018 wieder geben.

Das ist toll und eine gute Chance für den starken Nachwuchs aus Deutschland, sich hier zu präsentieren. Natürlich wäre der Schwarzwald mit unserem Landkreis eine ideale Etappenstation. Das wäre einfach genial für einen begeisterten Radsportfan wie mich.

  Die Fragen stellte Gunter Wiedemann

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