Nordkorea Südkorea verhängt neue Sanktionen gegen Nordkorea

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Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un mit Generälen. Südkorea hat nochmals seine Sanktionen gegen den isolierten Nachbarn angezogen. Foto: Rodong Sinmun/Archiv Foto: dpa

Seoul - Als Reaktion auf Nordkoreas jüngsten Atomtest und einen Raketenstart hat Südkorea seine Sanktionsschraube gegen den isolierten Nachbarn noch einmal angezogen.

Eine Woche nach der Verschärfung von UN-Sanktionen gegen Nordkorea setzte die Regierung in Seoul 38 Nordkoreaner sowie 24 nordkoreanische Organisationen, die mit dem Atomprogramm des Landes in Verbindung gebracht werden, auf ihre eigene Schwarze Liste. Außerdem sollen künftig Schiffe nicht mehr südkoreanische Gewässer durchfahren können, die vorher in Nordkorea waren. Die Südkoreaner werden ferner aufgerufen, nordkoreanische Restaurants im Ausland zu meiden. Diese gelten als Deviseneinnahmequellen des kommunistischen Regimes.

Nordkorea hatte mit seinem Atomtest im Januar und einem umstrittenen Raketenstart im Februar weltweit Empörung ausgelöst. Die Sanktionen, die der UN-Sicherheitsrat am Mittwoch vergangener Woche verkündet hatte, sehen unter anderem eine zwingende Inspektion von Frachtlieferungen von und nach Nordkorea vor. Nordkorea hatte daraufhin mit harten Gegenmaßnahmen gedroht.

In Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft solle Nordkorea durch die Verschärfung eigener Sanktionen dazu gebracht werden, sein Verhalten zu ändern, teilte das Büro des südkoreanischen Ministerpräsidenten mit. Den Personen auf der Schwarzen Liste soll der Weg zu Finanzgeschäften mit Südkoreanern versperrt werden.

Zu den Betroffenen gehört auch der frühere Leiter des nordkoreanischen Aufklärungsbüros, Kim Yong Chul, der unter anderem als Drahtzieher für die Versenkung eines südkoreanischen Kriegsschiffes im März 2010 verantwortlich gemacht wird. Ziel der neuen Sanktionen sind zusätzlich zwei Ausländer und sechs ausländische Organisationen mit Verbindungen zu Nordkorea.

Durch die Verschärfung der Sanktionen durch Südkorea könnte sich nach Meinung von Beobachtern die ohnehin angespannte Lage auf der koreanischen Halbinsel zuspitzen. Die Ankündigung erfolgte nur einen Tag nach der Drohung des Regimes in Pjöngjang mit einem präventiven Atomschlag gegen Südkorea und die USA. Nordkorea reagierte damit vor allem auf den Beginn mehrwöchiger Frühjahrsübungen der südkoreanischen und amerikanischen Streitkräfte. Nordkorea unterstellte den USA erneut Angriffsabsichten, was sowohl die USA als auch Südkorea bestreiten.

Unterdessen machte Südkoreas Geheimdienst Hacker in Nordkorea für den Diebstahl von Smartphone-Daten südkoreanischer Regierungsvertreter verantwortlich. Die Hacker hätten sich zwischen Ende Februar und Anfang März Zugriff auf Text- und Sprachnachrichten verschafft. Die Smartphones Dutzender von Beamten seien das Ziel gewesen, in einem von fünf Fällen sei die Attacke erfolgreich gewesen, hieß es. Seoul warf Nordkorea in den vergangenen Jahren mehrfach vor, Internetseiten von Behörden und Unternehmen gehackt zu haben. Pjöngjang bestritt die Vorwürfe.

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