
Pforzheim. Vor dem Umbau der Tank- und Rastanlage Pforzheim zu einer modernen Raststätte müssen die Planer des Regierungspräsidiums (RP) noch einige hohe Hürden überwinden. Da sich der Rasthof in Wasserschutzzonen befindet, sind beim Ausbau extreme Sicherheitsmaßnahmen nötig, damit die Trinkwasserbrunnen nicht gefährdet werden.
So müssen Abwasserkanäle mit doppelten Wänden gebaut werden. Bäumchen, die auf Verkehrsflächen stehen, werden in eigens dafür gebauten Behältern bewässert, kein Tropfen darf ins Erdreich. Dem Schutz des Grundwassers müssen die Planer eine hohe Priorität einräumen. Das ist vor allem deshalb nötig, weil eine neue Tankstelle mit unterirdischen Benzin- und Dieselbehältern gebaut wird. Die Lagertanks aus Stahl werden mit Spezialmaterial ummantelt, die Fahrbahnen der Tankstelle besonders stark abgedichtet. Die alte Tankanlage wird abgebrochen.
Über die Gefährdung der Trinkwasserbrunnen im Enztal habe man schon 2008 mit den Behörden diskutiert, erklärt das RP in den Plänen, die jetzt in den Rathäusern in Niefern und Pforzheim für die Anwohner ausgelegt wurden. Die neue Tankstelle sei problematisch, das Grundwasser werde jedoch künftig besser geschützt als bisher. Beim Ausbau der Rastanlage werde der beste Schutz angestrebt. Damit könne das Risiko für die Trinkwasserbrunnen minimiert werden. Die Vorbehalte, die das Landratsamt Enzkreis 2008 ansprach, seien durch Entscheidungen des Landesumweltministeriums und der Fachabteilung des RP ausgeräumt worden. Eine Ausnahmegenehmigung sei möglich, weil alles Denkbare gegen die Gefahren ausgetüftelt worden sei. Aus Sicht der Stadtwerke Pforzheim (SWP) reicht das aber nicht. Die Geschäftsführung der SWP ist gegen die Erweiterung der Rastanlage. Das Land hat untersucht, ob als Alternative eine neue Rastanlage an der A 8 Richtung Stuttgart – vor der Kurve ins Enztal – infrage kommt. Doch das RP verwarf die Idee. Es sei besser, die Raststätte auszubauen als eine neue zu bauen. Sonst würden in großem Umfang neue Flächen verbraucht.
Die Raststätte, die künftig den Namen "Enztal" erhält, soll sich Richtung Nieferner Wohnhäuser ausdehnen – um rund 20 000 Quadratmeter, das entspricht etwa drei Fußballfeldern. Bisher erstreckte sich der Rasthof auf 5,5 Hektar, nach dem Ausbau sind es 7,5 Hektar. Die Modernisierung kostet 11,6 Millionen Euro.