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Pforzheim Tiefschwarzer Humor im Kulturhaus Osterfeld

Schwarzwälder-Bote, vom 26.01.2012 08:00 Uhr
Eine Mischung aus Komik und Tragik: "37 Ansichtskarten". Foto: Schwarzwälder-Bote
Eine Mischung aus Komik und Tragik: "37 Ansichtskarten". Foto: Schwarzwälder-Bote

Pforzheim. "Alle glauben, sie lebten in der Realität, aber sie verdrängen sie, flüchten aus ihr, weil es so leichter erscheint", beginnt Regisseurin Susanne Lehmann, den Inhalt des Stückes zu erklären. Der 24-jährige Daniel Golubovic, der den Sohn Avery spielt, fügt an: "Jeder wählt selber, was er glauben will und was nicht." Ein Stück mitten aus dem Leben gegriffen und übertragbar auf viele Familien, da ist sich das Team des Amateurtheatervereins einig.

Als Avery nach mehrjähriger Abwesenheit mit seiner Verlobten Gilian in den Schoß seiner Familie zurückkehrt, wird deutlich, dass diese nicht wie von Avery beschrieben, etwas exzentrisch ist, sondern völlig wahnsinnig: In einem schiefstehenden Haus taucht eine totgeglaubte Oma plötzlich wieder auf, die Mutter scheint geistig nicht auf der Höhe zu sein und verwechselt die Verlobte immer wieder mit der Hausangestellten. Die nächtliche Ruhe nutzt der Vater, um Golf zu spielen, und die Tante verdient ihr Geld mit einer gut laufenden Sex-Hotline.

"Wir haben uns für dieses Stück entschieden", sagt Maren Leicht, die die Tante gibt, "weil Michael McKeever in seinem Stück skurrile Figuren und Dialoge und immer wieder interessante Wendungen geschaffen hat. Ich habe viel gelacht und geweint, als ich es gelesen habe." Außerdem sei es schön, dass das Stück Tiefgang und Witz habe. Schwierig sei bei einer Komödie oft, das Tempo zu halten. Für Amateure komme eine weitere Herausforderung hinzu: die geschriebene Sprache als Alltagssprache glaubhaft auf die Bühne zu bringen.

Aber die sechs Laiendarsteller und die beiden Regisseurinnen Susanne Lehmann und Bettina Leicht haben bereits im September mit den Proben begonnen. Unter der Woche wurde einmal geprobt, zweimal im Monat wurde ein ganzes Wochenende darauf verwendet. Schließlich gab es noch eine Woche Anfang Januar, in der sich das Ensemble der Stückarbeit widmete. "Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, wir haben einen guten Stand. Das Stück ist reif, es zu zeigen", sagt Lehmann voller Vorfreude auf die Premiere am Samstag.

Aufgrund der großen Nachfrage nach Karten ist der Verkauf erweitert worden, so dass noch Restkarten erhältlich sind. "37 Ansichtskarten" feiert am kommenden Samstag ab 20 Uhr Premiere im Kulturhaus Osterfeld.

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