Pforzheim. Die Mitglieder des Gestaltungsbeirats der Stadt Pforzheim haben sich mit sechs geplanten Neubauten befasst. Uneingeschränktes Lob für drei Entwürfe gab es von den vier anwesenden prominenten, auswärtigen Architekten Professor Fritz Wilhelm (Lörrach), Professor Ulrike Lauber, (München) Professor Hilde Barz-Malfatti (Weimar) und Professor Peter Fierz (Basel).

"Das wird ein Vorzeigeprojekt", sagte Hilde Barz-Malfatti zum Entwurf von Jochen Freivogel (Pforzheim/Ludwigsburg) für die Pforzheimer Bau und Grund. Auf einer Brache an der Blumenheckstraße 44 bis 48 entstehen in drei Baukörpern jeweils 15 Wohnungen um einen begrünten Innenhof. "Das wird richtig gutes Wohnen", bemerkte auch Beiratsvorsitzender Wilhelm.

"Wir stehen komplett hinter Ihnen", betonte Wilhelm außerdem nach der Präsentation von Peter W. Schmidt (Pforzheim) für ein neues Technik-Gebäude der Hochschule. "Der Entwurf überzeugt mich voll und ganz", betonte auch sein Kollege Fierz. "Ein wunderschönes Haus", sagte Ulrike Lauber – nur wünsche sie sich etwas größere Eingänge. Das Land Baden-Württemberg investiert hier acht Millionen Euro. Zum Sommersemester 2015 soll das Institutsgebäude fertig sein.

Nacharbeiten müssen der Arbeiter-Samariter-Bund und sein Architekt Roger Strauß (Karlsruhe) für ihre Rettungswache am Siloah St. Trudpert Klinikum. "Eine reizvolle, kleine Aufgabe", wie Wilhelm sagte. Der Beirat äußerte den Wunsch, nachzubessern. "Das Ding muss knackiger werden", artikulierte Ulrike Lauber. "Sie als Bauherr werden später glücklich darüber sein", fügte Wilhelm hinzu. Bürgermeister Alexander Uhlig signalisierte, dass die Stadt wie immer den Wünschen des Gestaltungsbeirats folgen werde, zumal es für diesen Bereich "so gut wie kein Baurecht" gebe. Daher stehe er auch der Anregung positiv gegenüber, das Grün des angrenzenden Parks mit aufs Dach zu ziehen.

Auch für den Neubau einer Wohnanlage in Eutingen –Im Ludlein 16 bis 18 und Fritz-Neuert-Straße 78 – der Kissener Eigenheim GmbH sagte Uhlig ein Abrücken von den bestehenden Baugrenzen zu. Denn der Gestaltungsbeirat war mit der vorgelegten Planung von Architekt Frank Berwinkel (Karlsruhe) wenig zufrieden. Der hatte sich an die bisherigen Vorgaben gehalten, die in zwei verschiedenen Bebauungsplänen auf schwierigem Areal (ehemaliger Steinbruch) festgelegt sind.

"Wir können uns über manches hinwegsetzen", sagte Uhlig, aber nur dann, wenn dies die städtebauliche und architektonische Qualität des Projekts erfordere, und wenn der Nachbarschutz hundertprozentig gewährleistet ist. Für Manfred Kissener, der hier einmal seine Baufirma hatte, war dies zunächst nicht richtig nachvollziehbar, zumal er eine gültige Baugenehmigung für einen massiveren Wohnblock habe. Doch die derzeitige Lösung sei "mehr oder weniger schlecht gelöst" lautete das Urteil von Barz-Malfatti. "Die Situation ist absolut reizvoll. Wir können uns auch eine kräftigere Bebauung vorstellen, erwarten aber trotz einiger Bausünden im Umfeld eine gewisse Qualität."