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Pforzheim Pforzheim möchte die rote Laterne loswerden

Schwarzwälder-Bote, vom 28.01.2012 08:00 Uhr
Will Neueinstellungen mit Eingliederungszuschüssen fördern, der Leiter des Jobcenter Pforzheim, Jochen Wacker, vor Pforzheimer Unternehmern. Foto: Schwarzwälder-Bote
Will Neueinstellungen mit Eingliederungszuschüssen fördern, der Leiter des Jobcenter Pforzheim, Jochen Wacker, vor Pforzheimer Unternehmern. Foto: Schwarzwälder-Bote

Pforzheim. Die Goldstadt hält seit Jahren die rote Laterne bei der Höhe der Arbeitslosenzahlen in Baden-Württemberg. Jetzt kann Jochen Wacker mit seinem Team zeigen, wie man es besser macht als die Arbeitsagentur. Seit Anfang Januar ist die Stadt für das Jobcenter Pforzheim und damit die Vermittlung von Arbeit suchenden Hartz-IV-Beziehern verantwortlich.

"Wenn es der Wirtschaft gut geht, geht es auch der Stadt gut", auf diese griffige Formel brachte es Oberbürgermeister Gert Hager beim WSP-Unternehmer-Frühstück im Pforzheimer Sparkassenturm. Es gebe künftig immer weniger Erwerbstätige. Bundesweit schrumpfe die Zahl in den nächsten 30 Jahren von 40 auf 26 Millionen. Allein in Pforzheim würden bis dahin über 4000 Fachkräfte fehlen, so Hager.

Unter den 10 660 Leistungsberechtigten in der Goldstadt (jeder zehnte Pforzheimer) seien rund 7400 erwerbsfähige Mitbürger, die gelte es gezielt zu fördern und zu fordern, macht Wacker deutlich. Es sei ein Vorurteil, dass Hartz-IV-Bezieher gar nicht arbeiten wollten. Schließlich kämen viele aus der Langzeitarbeitslosigkeit, und zwei Drittel hätten keine abgeschlossenes Berufsbild. Mit einem Arbeitgeber-Service-Team will das Jobcenter nahe an den Bedarf der Unternehmen rücken. Schon in Schule und Kindergärten solle für eine qualifizierte Berufsausbildung geworben werden.

Besonders bei jungen Arbeitslosen sieht Wacker gute Vermittlungschancen. "Wir sind näher dran an den Menschen. Wir kennen nicht nur die offenen Stellen, sondern auch das familiäre Umfeld der Bewerber", verweist der Jobcenter-Chef auf das vorhandene soziale Netzwerk. Wenn es Probleme in der Ausbildung gebe, könnten Sozialarbeiter eingreifen, um diese schnell zu lösen.

Mit großzügigen Eingliederungszuschüssen und passgenauen Vermittlungen von potenziellen Bewerbern will man die Unternehmen zu zahlreichen Neueinstellungen animieren. "Das hört sich gut an. Wie schnell geht das?", wollte Stefan Gimber, Prokurist der Medizintechnik-Firma Admedes, wissen. "Wir brauchen dringend Werkzeugmacher und Anlagenbediener. Wie rasch können sie ihre Bewerber qualifizieren?", hakte die Ausbildungsleiterin der Pforzheimer Stanztechnik-Firma Kleiner nach.

Weitere Information über das Internet: www.jobcenter.pforzheim.de.

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