
Pforzheim - Je stärker kontrolliert wird, desto mehr wird man fündig. Das weiß jeder Arzt, jeder Drogenfahnder, jeder Finanzermittler. Auch der städtische Kämmerer, denn er freut sich über jeden Euro, der unter anderem dank Tempo- oder Rotlicht-Sündern in der Kasse klingelt.
Zwar hat das dritte Überwachungsfahrzeug des Amts für öffentliche Ordnung, angeschafft im Oktober vergangenen Jahres, umgerüstet und eingesetzt seit Dezember inklusive Bestückung mit empfindlicher Elektronik, die rund 80000 Euro gekostet hat, doch dieses Geld ist schnell wieder drin. Das zeigen die Zahlen, die Amtsleiter Wolfgang Raff präsentiert. Mit 1,084 Millionen Euro verzeichnete die Stadt ein Rekordergebnis an Einnahmen über die mobile Geschwindigkeitsüberwachung.
Insgesamt stehen die städtischen Spezialautos an rund 120 Stellen in Pforzheim, meist in Tempo-30-Zonen (sehr beliebt: Brettener Straße und Vogesenallee), verkehrsberuhigten Bereichen und im Umfeld von Schulen. An der Bonhoefferstraße im Wohngebiet Maihälden kann bald ein weiterer Standort hinzukommen, wenn die Ermahnung an die Autofahrer in Form einer digitalen Geschwindigkeitsanzeige nicht fruchtet.
Mit einem Beschluss des Gemeinderats wurde vor der Anschaffung des dritten Messfahrzeugs über eine externe Firma ein Radar-Wagen angemietet, um die Verkehrsüberwachung zu steigern – im Sinne der Verkehrssicherheit und der Finanzen. Das dritte Auto macht sich bezahlt, im Jahr 2010 waren es nur 740160 Euro Einnahmen.
Dafür lag im Jahr 2010 die Summe, die mit den vier Starenkästen zusammenkam, mit 228000 Euro um knapp 20000 Euro höher als im Jahr darauf. Die Autofahrer verhalten sich nicht etwa gesitteter, aber die stationären Blitzer an der Karlsruher Straße vor dem Spaghettissimo (stadteinwärts) und vor dem Autosalon Schweickert (stadtauswärts) sind seit dem Bau des Westtangenten-Knotens außer Betrieb.
Doch damit wird es Ende April voraussichtlich ein Ende haben. Der Großteil der Arbeiten ist abgeschlossen; was noch fehlt, sind der Endbelag und die Markierungen. Es bleiben noch der Klassiker (Karlsruher Straße/Wilhelm-Becker-Straße) sowie der Blitzer an der Karlsruher Straße/Kurze Steig (stadteinwärts). "Das ist der wichtigste von allen", so der Ordnungsamtsleiter, auch wegen der Unfallträchtigkeit. Linksabbieger in Richtung Siloah müssen dem Geradeausverkehr die Vorfahrt lassen. Damit dieser nicht auf den letzten Metern beschleunigt und bei Gelb über die Ampel schießt, wurde die stationäre Anlage installiert.
Auf Rekord-Niveau sind auch die Einnahmen aus Rotlichtverstößen. Acht Standorte gibt es im Stadtgebiet. Mit knapp 295000 Euro hat die Stadt ihre Einnahmen gegenüber 2010 um fast ein Drittel gesteigert.