Pforzheim. Das ganze Jahr über leistet der Verein "Die Brücke" Großes, um bedürftigen Menschen zu helfen. Kurz vor Weihnachten gibt es eine weitere frohe Kunde.

30 000 Euro, die im Gebrauchtwarenladen für Bedürftige in der Nordstadt und durch Spenden erwirtschaftet wurden, kommen lokalen und internationalen Projekten zugute. Das karitative Engagement geht weiter. Fürs kommende Jahr plant der Verein einen Umzug in einen benachbarten Laden, der deutlich bessere Voraussetzungen bietet. Denn die Arbeit von "Die Brücke" ist gefragter denn je.

"Bei uns ist es immer voll", sagt Ingrid Hager. 1993 hatten sie und ihr Mann, der 2011 gestorbene frühere Schlosskirchenpfarrer Gerhard Hager, die Anlaufstelle für Hilfebedürftige, damals noch als Schlosskirchen-Lädle, ins Leben gerufen. Vorgestern wäre Gerhard Hager 78 Jahre alt geworden. Zu sehen, welche Früchte sein Engagement trägt, hätte ihn ganz sicher gefreut.

24 ehrenamtliche Helferinnen und ein Helfer betreiben gemeinsam das Lädle an der Pforzheimer Hohenstaufenstraße 19. Sie sichten, sortieren und verkaufen gut erhaltene Kleidung und Haushaltsgegenstände, die ihnen von Gönnern zur Verfügung gestellt werden. "Für viele Menschen ist es eine große Hilfe, dass sie bei uns kostengünstig einkaufen können", weiß Ingrid Hager.

Ihr Dank gilt zudem allen Förderern, die Geld gespendet haben, "damit wir es weitergeben können". Sie freut sich über den "treuen ehrenamtlichen Einsatz" ihres Teams und lobt dessen "Geduld" sowie den "freundlichen Umgang mit den Menschen". Diese fühlten sich wertgeachtet und spürten die "gute Atmosphäre, die in unserem Lädle herrscht". Dazu trage auch das tolerante Miteinander in den Helfer-Gruppen bei. 2013, im Jahr seines 20-jährigen Bestehens, will der Verein buchstäblich zu neuen Ufern aufbrechen. Im bisherigen Domizil, das vor Jahresfrist nach einem erheblichen Wasserschaden mit großem Aufwand wieder hergerichtet wurde, soll schon bald der Schlüssel ein letztes Mal umgedreht werden. Nur einen Katzensprung entfernt – jenseits der Christophallee – hat der Verein eine neue Bleibe gefunden.

Das Flachdach-Gebäude mit großer Fensterfront, in dem der Räumungsverkauf eines Entrümplers und Trödelhändlers läuft, bietet deutlich mehr Raum, Parkplätze vor der Tür und ein beheiztes Lager. Allerdings müssen die Räume laut Hager noch renoviert werden, wofür der Verein auf seine Rücklagen zurückgreift. Läuft alles glatt, soll der Umzug in Osterferien erfolgen. Bis dahin bleibt die Hohenstaufenstraße 19 Anlaufstelle für Bedürftige, und von denen gibt es nach Hagers Angaben immer mehr. Das Brücke-Lädle ist außer in den Schulferien montags und dienstags von 16 bis 18 Uhr sowie mittwochs, donnerstags und freitags von 11 bis 13 Uhr geöffnet.