Pforzheim. Wie es mit der Bürgerbeteiligung nach der gemeinderätlichen Verabschiedung des Masterplans in der nächsten Woche weitergehen soll: Darüber haben sich auf Einladung von Oberbürgermeister Gert Hager Bürger, Gemeinderäte aber auch Vertreter von Bürgervereinen in einer Auftaktveranstaltung Gedanken gemacht.

Lediglich 15 Interessierte hatten sich zu der Veranstaltung angemeldet. Der Prozess, der Ende 2010 ins Rollen kam und Leitlinien für die Stadtentwicklung bis 2025 formuliert, soll ab März von einer Controllerin begleitet werden. Darauf wies OB Hager hin. In der Stadt habe sich seit Beginn des Prozesses einiges getan: Zum einen seien alle Informationen über die Aktivitäten rund um den Masterplan im Internet zugänglich. Zum anderen hätten die Bürger über Zukunftswerkstätten, Sofortprojekte, aber auch generell über Sozialraumkonferenzen, Stadtteilspaziergänge und über die Bürgervereine die Möglichkeit, ihre Ideen zur Zukunft der Stadt in die Diskussion einzubringen.

Claudia Peschen, Stabsstelle Bürgerbeteiligung in Rems­eck, referierte über gelungene und misslungene Beispiele der Bürgerbeteiligung im Land. Die Bürger einzubeziehen, koste mehr Geld und dauere länger. "Aber die Qualität der Entscheidung erhöht sich, das ist es wert." Ein Bürgerbüro oder einen Bürgerbeauftragten wünschten sich einige, um die Themen in die Verwaltung hineinzutragen. Klaus Wolf von "Mehr Demokratie" wies darauf hin, dass am Ende der Bürgerbeteiligung auch ein Bürgerentscheid stehen müsse. Es müsse einen Raum und Unterstützung geben für Projekte: In der Vergangenheit seien die Umnutzung der Kaserne und der Papierfabrik durch Bürger kläglich gescheitert. Das könne sich eine Stadt nicht leisten. Christof Weisenbacher von der Bürgerbewegung "Wir in Pforzheim" regte ein offenes Forum als Beteiligungsmöglichkeit an. Die Vernetzung von Sozialraumkonferenzen und Bürgervereinen sei ebenfalls wichtig.