
Pforzheim. Die Aufzüge am Pforzheimer Hauptbahnhof sollen nach Mitteilung der Bahn voraussichtlich im März eingebaut und in Betrieb genommen werden. Allerdings hatte das auch im Sommer mit Blick auf Oktober geheißen und war im Herbst für Januar anvisiert gewesen.
Schuld sind die Konjunkturprogramme des Landes: Die Hersteller kommen mit der Produktion nicht nach. Man sei mit den Verzögerungen für die Schaffung barrierefreier Bahnhöfe nicht zufrieden, heißt es aus der Pressestelle der Deutschen Bahn in Stuttgart. Das Murren der Fahrgäste landauf, landab ist deutlich zu vernehmen.
Seit Monaten sind die Aufzugsschächte betoniert, Teilbereiche der Bahnhöfe abgesperrt, hängen Versorgungskabel aus der Wand, sind Aufgänge verglast und versperren Spanplatten den Blick in die Tiefe. Was fehlt, sind die Aufzüge. Im Pforzheimer Hauptbahnhof drei Stück. An zehn Standorten in Baden-Württemberg entstehen derzeit 21 Anlagen, und an elf Bahnhöfen werden 18 Aufzüge ausgetauscht. Alles Einzelanfertigungen, sagt die Bahn, das daure ohnehin, aber bedingt durch die Finanzspritzen der Bahn für ihre Bahnhöfe, dauert es noch etwas länger. Denn Bahnhöfe ohne Aufzüge konnte und wollte sich das Unternehmen nicht mehr leisten.
In Pforzheim kostet allein die Installierung der Aufzüge 1,8 Millionen Euro. Insgesamt soll der barrierefreie Umbau des Hauptbahnhofs 4,6 Millionen Euro verschlingen. Er wird zusammen mit dem Zentralen Busbahnhof die Verkehrsdrehscheibe im Oberzentrum Pforzheim werden.
Wenn die Geschichte, die schon längst hätte beendet werden sollen, endgültig in trockenen Tüchern ist, werden nicht nur auf Rollatoren angewiesene Menschen, Mütter mit Kinderwagen oder Bahnkunden mit schwerem Gepäck drei Kreuze machen, sondern auch der Erste Bürgermeister Roger Heidt. Der hatte in einem jüngst verteilten Flyer die Barrierefreiheit des Bahnhofs als herausragendes Ziel bezeichnet.