Pfalzgrafenweiler Wein hatte es schon Noah angetan
Schwarzwälder-Bote, 10.05.2012 21:02 Uhr
Im Pfarrhauskeller bei der Weinprobe mit Referent Martin Link aus Mundelsheim Foto: PrivatFoto: Schwarzwälder-Bote
Pfalzgrafenweiler-Bösingen. Zu einem besonderen Männervesper hatte die Kirchengemeinde Bösingen in den Pfarrhauskeller eingeladen. In dem leer stehenden Bösinger Pfarrhaus fand eine Weinprobe mit einem Referat über Weinanbau im Neckartal und die Bedeutung des Weins in der Geschichte und in der Bibel statt.
Martin Link, Weingärtner aus Mundelsheim, stellte das biblischen Zitat "Der Wein erfreue des Menschen Herz" als Überschrift über seine kurzen Anekdoten zum Wein in der Menschheitsgeschichte.
Noah pflanzte nach seinem Ausstieg aus der Arche nicht etwa einen Baum oder säte Weizen aus, nein, er pflanzte einen Weinberg. Ramses II. gründete schon 1200 vor Christus eine Liga gegen die Trinksucht, Friedrich Schiller fiel beim Wein alles ein, und Theodor Heuss versuchte gerne bei einem Gläschen Wein politische Dispute zu bereinigen: "Nicht bis man einen sitzen hat sondern bis man sein Gegenüber etwas netter findet." Martin Link war es wichtig, das rechte Maß zu finden, damit der Wein seine positiven Seiten entfalten kann, nämlich Verständigung, Geselligkeit, Freude und Gesundheit. Jüdische Schriften sagen "Wo es an Wein fehlt, braucht es Arzneien", und Paulus empfiehlt: "Nimm ein wenig Wein dazu, um des Magens Willen und weil du oft krank bist." Auch die Wissenschaft hat festgestellt, dass Wein verdauungsfördernd und stimulierend wirkt und es beim rechten Umgang mit Wein zu weniger Herzinfarkten kommt.
Die knapp 40 Männer konnten neben einem Sekt zu Beginn der geselligen Runde verschiedene Weine aus der Region um Mundelsheim kosten. Dazu gab es ein zünftiges Bauernvesper in urgemütlicher Atmosphäre im Gewölbekeller des Pfarrhauses.
Volker Koch, Vorsitzender des Kirchengemeinderats, dankte dem Referenten Martin Link mit einem üppigen Schwarzwälder Schinken und frisch gebackenem Brot aus dem Bösinger Backhaus.



