
Von Bärbel Altendorf-Jehle
Pfalzgrafenweiler. Ein Sinfoniekonzert in Pfalzgrafenweiler, das gab es noch nie. Die Herrenberger Musiker waren gekommen und erfüllten die neu renovierte Festhalle mit Musik, wie es diese in ihrer langjährigen Geschichte noch nicht erlebt hat.
Matthias Beno ist als Dirigent von Blasmusikkapellen (Pfalzgrafenweiler, Wittlensweiler, Herrenberg) kein Unbekannter. Er hat sich schon durch ungewöhnliche, herausragende Konzerte auf diesem Gebiet hervorgehoben, doch als Dirigent eines Sinfonieorchesters haben ihn bisher die wenigsten im Kreis Freudenstadt erlebt.
Seit nunmehr zwei Jahren hält er den Taktstock des Sinfonieorchesters der Stadt Herrenberg in der Hand. Am Samstagabend lernten ihn die Besucher – die Festhalle war fast voll – von einer ganz anderen Seite kennen. Feinfühlig präsentierte er vor allem die leisen Töne, um sie dann langsam, gefühlvoll anschwellen und sich öffnen zu lassen: bei Mozarts Zauberflöte und Haydns Sinfonie Nr. 104.
Er setzte aber auch dramaturgisch geschickte Pausen und ungewöhnlich harte, Spannung erzeugende Schnitte ein und verlieh damit den ausgewählten Stücken seinen eigenen Stempel, ob bei der geschichtsträchtigen Tondichtung Finlandia mit verstärktem Bläser- und Schlagzeugeinsatz oder bei den gefälligeren Stücken von Offenbachs schöner Helene oder der schönen blauen Donau von Strauß (Sohn).
"So gut, ja großartig habe ich mir das Sinfonieorchester nicht vorgestellt", begeisterte sich schon nach der Pause Altbürgermeister Dietrich Galsterer. Uneingeschränktes Lob bekam Matthias Beno auch von Christian Ruoss vom Musikhaus Rudert. Dieser war sichtlich erstaunt: "Das, was hier geboten wird, ist noch mal ein ganz anderer Schwierigkeitsgrad." Die einzelnen Phrasierungen seien sehr gut, und vor allem Haydn habe Beno in einem ganz besonderen Stil zum Klingen gebracht. Bürgermeister Dieter Bischoff brachte es dann auf den Punkt: Die Herrenberger Sinfoniker und Matthias Beno hätten bewiesen, dass die neu gestaltete alte Halle auch anspruchsvollen klassischen Konzerten den richtigen Rahmen geben könne. Er hofft auf weitere solche Veranstaltungen. Vielleicht werden die "Festhallen-Konzerte" in Pfalzgrafenweiler bald zu einem Begriff für Klassikliebhaber. Die zwei "A" – Akustik und Ambiente – stimmen dort auf jeden Fall.