Von Manfred Köncke

Pfalzgrafenweiler. Wenn der Gemeinderat bei einem Thema anderer Meinung ist, kann Bürgermeister Dieter Bischoff damit in den meisten Fällen leben.  So zum Beispiel, als  bei den Haushaltsberatungen  2013 die Rate von 5000 Euro für die Planung des neuen Feuerwehrhauses gestrichen wurde, weil  sich das Gremium mit dem Thema erst  "viel später"   befassen möchte. 

Hartnäckig bestand der Rathauschef allerdings darauf, Ausgaben in Höhe von 3000 Euro für die Theater- und Musikpflege  stehen zu lassen.  Bekanntlich wurde  die Festhalle  in Pfalzgrafenweiler mit Millionenaufwand grundlegend modernisiert  und macht jetzt etwas her. Bei der Wiedereinweihung verband der Bürgermeister seinerzeit damit die Hoffnung  auf ein reges Kultur- und öffentliches Vereinsleben. Er musste  aber frustriert feststellen, dass sich auf diesem Gebiet wenig getan hat, sieht man von den zwei Veranstaltungen des Musikvereins  im Jubiläumsjahr ab. 

Nach Bischoffs Meinung sollte die Kommune mit gutem Beispiel vorangehen und eine  Theater-, Kleinkunst-, Gesangs- oder andere Formation  für ein Gastspiel engagieren. Das Rathaus habe aber andere Dinge zu erledigen, befand Gemeinderat Horst Dieterle. Er schlug  die Gründung eines Fördervereins vor. 

Entscheidend ist für Bischof, dass sich etwas tut. "Ich höre immer, man sollte was machen, aber niemand macht was. Dann können wir es gleich bleiben lassen", bemerkte er.   Gemeinderat Benjamin Finkbeiner empfahl dem Rathauschef, nicht alles so negativ zu sehen.    Wenn man den Vereinen  aus Pfalzgrafenweiler  eine finanzielle Zuwendung in Aussicht  stellen würde, könnte das etwas bewirken,   zeigte sich CDU-Gemeinderätin Tanja Braun zuversichtlich. Schließlich wurde vorgeschlagen und von der Mehrheit  gebilligt, die 3000 Euro im  Verwaltungshaushalt stehen zu lassen und  mit  einem  Sperrvermerk zu versehen.  Jetzt ist nicht nur Bürgermeister Bischoff gespannt, ob Pfalzgrafenweiler bald  – oder überhaupt  – aus dem kulturellen Dornröschenschlaf  erwacht.