Pfalzgrafenweiler Fast 100 Länder hat er eingesammelt

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Ihr Strahlen macht ihn glücklich: Walter Schäuffele mit Straßenkindern auf den Philippinen Foto: Schäuffele/Maier Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Walter Maier

97 Länder der Erde hat Globetrotter Walter Schäuffele schon eingesammelt. 194 Staaten, alle Uno-Mitglieder, sind von den Vereinten Nationen anerkannt. Hinzu kommt der Vatikan. Den hat der 55-Jährige auch schon besucht.

Pfalzgrafenweiler/Waldachtal. Wenn der aus Hörschweiler stammende Walter Schäuffele in aller Welt unterwegs ist, fördert er aus christlicher Motivation soweit möglich auch soziale Projekte. Magisch ziehen den geschichtsbewussten 55-Jährigen Orte an, die die Welt in Atem hielten. Wo Menschenrechte mit Füßen getreten wurden, will er Zeichen der Nächstenliebe und Hoffnung setzen.

Der mit seiner Familie in Pfalzgrafenweiler wohnende Werkzeugmachermeister reiste im vergangenen Oktober mit dem Gründer des Missionswerks "Christ for Asia" (CFA), Harald Rauch aus Egenhausen, und einer Gruppe von acht Personen nach Cebu auf den Philippinen. Ziel des 16-tägigen Aufenthalts im Inselstaat im Pazifischen Ozean war es, durch Essensverteilaktionen ("Feedings") in verschiedenen Stadtteilen von Cebu-City das Missionswerk zu unterstützen. Dabei half das deutsche Team dem philippinischen Team beim Kochen und achtete besonders darauf, dass die Straßenkinder auch Vitamine erhalten.

Pro Woche werden etwa 1000 Essen ausgegeben, wobei eines etwa 50 Cent kostet. Vor dem "Feeding" wird mit den Kindern gespielt und gesungen, danach werden Geschichten aus der Bibel erzählt. Dabei erhält jedes Kind einen Gutschein, mit dem es mit seinem eigenen Teller das Essen abholen darf. Pro Abend wird an zwei verschiedenen Plätzen in und um Cebu Essen verteilt. "Es machte allen Teilnehmern Freude, wenn sie in die glücklichen Augen der Kinder schauen durften, die ihr Essen abholten", resümiert Schäuffele.

Zukunftsweisend für die Entstehung von CFA war der Einsatz von "Jugend mit einer Mission" (JMEM) am Smokey Mountain, der größten Müllhalde in Manila – ein Dienst unter den Ärmsten der Armen. Durch diesen Einsatz entstand die Vision von Harald Rauch und seiner Frau Regina, einen Dienst unter den Straßenkindern von Cebu aufzubauen mit Unterstützung des Jugend-, Missions- und Sozialwerks (JMS) Altensteig. In dieser Gemeinde ist Walter Schäuffele engagiert. Angefangen hatte CFA mit Essensausgaben, Bibelverteilaktionen im Gefängnis, dem Kauf eines Geländes und Bau eines Jungen- und später auch eines Mädchenheims sowie dem Bau einer Schule, was schließlich 1998 zur staatlichen Anerkennung führte. Als vor gut zwei Jahren ein Taifun fast alles zerstörte, brachte CFA 20 Tonnen Lebensmittel und Trinkwasser in das betroffene Gebiet von Bantayan und baute neue Hütten für die Bewohner auf.

"Auch wenn dies ein Arbeitseinsatz war, ist das Fazit der ganzen Gruppe, dass sie durch die leuchtenden und dankbaren Augen der Kinder mehr beschenkt war, als wenn sie eine Sightseeing-Tour gemacht hätte", sagt Walter Schäuffle. "Ich möchte Spenden sammeln, um 1000 Essen für eine Woche in Cebu zu finanzieren."

Das "Jubiläum" will er dieses Jahr erreichen

Im Herbst 2014 hat Schäuffele auf Haiti, das noch an den Folgen eines schweren Erdbebens leidet, auf Französisch Schulkinder in Geschichte und biblischen Geschichten unterrichtet und mit ihnen Hausaufgaben gemacht – im Auftrag von "Campus für Christus", eine Organisation, für die er bereits in Armenien bei Hilfseinsätzen tätig war.

Mit seiner Frau Farida, einer gebürtigen Marokkanerin, bereiste Schäuffele 2014 den Iran. Als exzellenter Geschichtskenner fand Walter Schäuffele das frühere Persien als einst biblisches Land interessant. Zwei Dinge mussten beachtet werden: "absolutes Alkoholverbot und ja keinen Atommeiler fotografieren."

Sein nächstes großes Vorhaben ist eine Reise, die ihn unter anderem nach Tansania führt. Zusammen mit seiner Tochter Désirée, Sohn Benjamin und der Tochter eines Freundes will er Mitte August drei Wochen auf eigene Faust unterwegs sein. Eine heikle Mission sind die umliegenden Staaten: Uganda, Kenia, Ruanda und Burundi. Sein besonderes Interesse finden die Foltergefängnisse von Idi Amin, dem "Schlächter von Uganda" und Ruanda, das vor 22 Jahren durch den Völkermord mit fast einer Million Toten zwischen den Hutus und Tutsis in die Schlagzeilen geriet.

Sein Nahziel sind 100 Länder. Dieses "Jubiläum" wird er dieses Jahr erreichen: "Dann feiere ich ein Fest."

Walter Schäuffele berichtet am Samstag, 19. März, ab 19.30 Uhr im Gasthaus Linde in Pfalzgrafenweiler bei freiem Eintritt von seiner Philippinen-Reise. Freiwillige Spenden sind für die "Christ for Asia"-Straßenkinder in Cebu/Philippinen bestimmt. Ab 18 Uhr besteht die Möglichkeit zum Abendessen. Dann steht der Globetrotter schon für Gespräche zur Verfügung.

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