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Von Doris Sannert
Kreis Freudenstadt. Mit 50 Jungmitgliedern ist der Kreisverband Freudenstadt der Kleintierzüchter gut aufgestellt. Nachwuchssorgen sind kein Thema.285 Mitglieder sind im Kreisverband der Kleintierzüchter, dem die Ortsvereine Alpirsbach, Dornstetten, Freudenstadt, Mitteltal-Obertal und Sulz angehören, und der in den beiden Landesverbänden der Rassegeflügelzüchter und der Rassekaninchenzüchter Württemberg-Hohenzollern organisiert ist, gemeldet. Von den 50 Jungmitgliedern im Alter von sieben bis 18 Jahren ist etwa die Hälfte aktiv. Ein hoher Prozentsatz, über den sich der Vorsitzende Klaus Dieterle freut.
Dass der Kreisverband keine Nachwuchssorgen hat, schreibt er vor allem dem Engagement des Kreisjugendleiters Michael Braun vom Ortsverein Freudenstadt zu, der die Jugend immer wieder mit neuen Ideen wie dem "Kaninhop", einem Wettkampf mit Hindernisparcours für Kaninchen, begeistert.
Jung ist aber nicht nur ein Teil der Mitglieder. Mit seinen 35 Jahren ist Klaus Dieterle im Kreisvorstand der Jüngste. Das Durchschnittsalter liegt hier bei etwa 50 Jahren. Das gute Miteinander zeigt sich daran, dass sich bei der Hauptversammlung am morgigen Freitag in Alpirsbach alle Vorstände der Wiederwahl stellen. Neben Klaus Dieterle aus Durrweiler sind das sein Stellvertreter Willi Seid aus Mitteltal, Kassierer Alfred Beck aus Dornstetten, Schriftführerin Bettina Burghardt und Jugendleiter Michael Braun aus Freudenstadt, der Kreiszuchtwart Geflügel, Richard Hellstern aus Sulz, Kreiskaninchenzuchtwart Karl-Heinz Kaltenbach aus Alpirsbach und Schiedsmann Roland Günter aus Mitteltal. Letzterer sei in den vergangenen vier Jahren allerdings arbeitslos gewesen, schmunzelt der Vorsitzende, der sich auch darüber freut, dass alle fünf Ortsvereine im Vorstand vertreten sind.
Klaus Dieterle hat erst eine Wahlperiode hinter sich. Doch an seine Wahl vor vier Jahren erinnert er sich noch genau. "Ich hatte Probleme, ein Team zusammen zu bekommen, doch jetzt habe ich eine sehr gute Truppe beisammen", sagt der Vorsitzende.
Unter den 285 Mitgliedern im Kreisverband Freudenstadt sind 80 aktiv. Sie züchten 40 der 387 möglichen Kaninchenrassen, dazu Ziergeflügel wie Wildenten, Wildgänse, Fasanen, Wachteln oder Wildtauben, aber auch Groß- und Wassergeflügel wie Puten, Enten und Gänse. Bei den Tauben kommen rund 45 Rassen zusammen, weiß Klaus Dieterle.
Bei den Hühnern sind es etwa 45 Rassen, wobei einige der Züchter vor allem auf alte Rassen wie "Italiener", "Rheinländer", "Vorwerk-Hühner" oder "Deutsche Lachshühner" setzen. Damit leisteten sie, so der Vorsitzende, nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Erhalt alten Kulturguts, sie bildeten damit auch eine Gen-Reserve für die Wirtschaftsgeflügelzucht. Diese alten Rassen seien durch die Massentierhaltung allmählich verdrängt worden und das, obwohl sie robust seien und ihre Legeleistung mit über 220 Eiern pro Jahr recht hoch sei.
Klaus Dieterle hat sich von Anfang an für die Kaninchenzucht entschieden. Auf dem heimischen Hof hatte seine Familie Hasen. Mit 14 Jahren begann er mit der Rasse "Rote Neuseeländer". 2008 zog dann der "Rote Widder" in seinen Stall ein. Er war Dieterle auf einer Bundesschau sofort ins Auge gestochen. Bundesweit, so weiß der Experte, gebe es höchstens noch zwölf Züchter dieser seltenen Rasse. Inzwischen versorgt der Kreisverbandsvorsitzende neun Zuchttiere. Seine Frau hat er längst mit seinem Hobby angesteckt. Sie hat sich jedoch für den "Zwergwidder schwarz" entschieden von dessen Rasse sie vier Zuchtkaninchen hält.