
Von Doris Sannert Pfalzgrafenweiler. Heute hätte Anna Maria Großhans ihren 103. Geburtstag gefeiert. Vor zwei Tagen starb die älteste Einwohnerin von Pfalzgrafenweiler. Am morgigen Donnerstag wird sie um 14.30 Uhr auf dem Friedhof ihres Heimatorts beigesetzt.
2004 Kindern hat Anna Maria Großhans als Hebamme auf die Welt geholfen. Viele von ihnen werden mit den vier Enkeln und fünf Urenkeln um die Verstorbene trauern. Am 4. Januar 1909 hatte Anna Maria Fritz zusammen mit ihrer bereits vor Jahren verstorbenen Zwillingsschwester Frieda Rosa im elterlichen Haus in der Bellingstraße in Pfalzgrafenweiler als ältestes von vier Geschwistern das Licht der Welt erblickt. Schon früh musste sie zuhause im landwirtschaftlichen Betrieb mitarbeiten. Der Vater war Schreiner. Anna Maria wollte Krankenschwester werden, fand aber keinen Ausbildungsplatz und ließ sich schließlich zur Hebamme ausbilden.
1932 begann sie, Kindern in Pfalzgrafenweiler, Kälberbronn, Edelweiler, Durrweiler, Herzogsweiler, Bösingen, Neu-Nuifra und Waldachtal auf die Welt zu helfen. Unter den 2004 Neugeborenen waren viele Kinder von Frauen, bei deren Geburt die Hebamme auch schon dabei war. Anfangs machte sie sich mit dem Fahrrad auf den Weg zu den schwangeren Frauen, später mit dem Motorrad. Nach der Geburt sah sie in der Regel noch ein- bis zweimal täglich nach Mutter und Kind.
Mit 65 Jahren ging Anna Maria Großhans in den Ruhestand, sprang allerdings kurz darauf als Krankenschwester in der Gemeinde ein, als keine andere gefunden wurde. In der Nachbarschaftshilfe war sie sogar bis zu ihrem 80. Geburtstag aktiv. Danach war die Seniorin bei den Treffen des Seniorenkreises und bei der Zithermusik im Hotel Waldsägmühle regelmäßig zu Gast. 2005 zog sie 96-jährig ins Seniorenstift Mandelberg in Bösingen und nutzte mit der Neueröffnung des Seniorenstifts Am Kurgarten die Chance, wieder in ihren Heimatort zurückzukehren.