Ostelsheim - Die von der Region Nordschwarzwald ins Auge gefassten Standorte auf der Gemarkung Ostelsheim seien für Windenergieanlagen nicht geeignet. Zu dieser Meinung kam jetzt der Ostelsheimer Gemeinderat.

In seiner jüngsten Sitzung stützte er sich dabei auf ein neues Gutachten, das die Kommune in Auftrag gegeben hatte. Die Verwaltung legte dem Gemeinderat den Text für eine schriftliche Stellungnahme gegenüber der Region Nordschwarzwald vor. Grundsätzlich wird darin bezweifelt, dass in allen vier potenziellen Standorten in 140 Meter Höhe die notwendige Windhöffigkeit von 5,50 bis 5,75 Meter pro Sekunde erreicht wird. "Die im Windatlas ausgewiesene Windhöffigkeit scheint deutlich zu hoch, so dass im Rahmen einer Planung eine Windmessung über einen Zeitraum von zwölf Monaten unabdingbar ist", heißt es in der aktuellen Stellungnahme.

Ein weiteres wichtiges Argument zur Ablehnung der Windkraftanlagen ist der Artenschutz. Die Gemeinde verweist darauf, dass das Land Baden-Württemberg im Windenergieerlass vom 9. Mai 2012 festgestellt hat, dass "die regionale und bauleitungsplanerische Festlegung wegen artenschutzrechtlicher Verbote nicht vollzugsfähig und somit unwirksam sind". Daher sei bei einer Planung von Windkraftanlagen eine artenschutzrechtliche Prüfung zwingend erforderlich, und gerade beim Artenschutz führt die Gemeinde Ostelsheim artenschutzrechtliche Argumente an, die gegen den Bau von Windrädern sprechen.

Im Bereich aller vier Standorte gibt es nämlich Vogelarten, die durch Windenergieanlagen besonders gefährdet sind. Hier gibt das Gutachten der Arbeitsgruppe für Tierökologie und Planung eine gute Schützenhilfe. Sie hat nämlich in den von der Region Nordschwarzwald anversierten Standorten Horste von windkraft-empfindlichen Brutvogelarten wie Wanderfalke, Baumfalke sowie Rot- und Schwarzmilan ausgemacht.

"Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen einer artenschutzrechtlichen Prüfung zwingend auch die hier heimischen kollisionsge- fährdeten Fledermausarten Abendsegler, Zwergfledermaus sowie Bechsteinfledermaus und Braunes Langohr mit einzubeziehen sind", argumentiert die Gemeinde weiter und rät dazu, auf eine Planung von Windkraftanlagen an allen vier Stellen der Gemarkung zu verzichten. "Und was ist, wenn die hier messen und gute Ergebnisse feststellen?", fragte Gemeinderat Wilhelm Koch.

"Wir sind hier in einer Fläche, wo eine derartige Investition nicht viel Spaß macht, ein Fondsmanager sieht das jedoch unter Umständen anders", meinte Fuchs, der der Meinung ist, dass nach den aktuellen Kriterien auf Gemarkung Ostelsheim kein geeigneter Standort für eine Windkraftanlage zu finden ist. Der Gemeinderat schloss sich einstimmig dieser Meinung an.