Grafenau-Dätzingen. In der Reihe "Russischer Herbst – Das Bernsteinzimmer im Dätzinger Schloss" wird am Mittwoch, 31. Oktober, der Vortrag "Von Königinnen und Prinzessinnen" mit Sabine Thomsen angeboten.

Unter dem Titel "Vom Neckar an die Newa, von der Newa an den Neckar – Die dynastischen Heiraten zwischen den Häusern Württemberg und Romanow" referiert die Landeshistorikerin ab 19 Uhr im Maltesersaal von Schloss Dätzingen. Es geht um württembergische Königinnen und Prinzessinnen, die von Stuttgart nach St. Petersburg oder von St. Petersburg nach Stuttgart verheiratet wurden. So ehelichte zum Beispiel die württembergische Prinzessin Sophie Dorothea (1759-1829) den russischen Zaren Paul I. und wurde zur Zarin Maria Feodorowna. Und ihre Tochter Katharina, Großfürstin von Russland (1788-1819), heiratete Wilhelm I.. Sie wurde zu einer der populärsten unter den württembergischen Königinnen. Bei den Ehen im Hochadel ging es im 18. und 19. Jahrhundert meist nicht um Liebe und Glück, die Verbindungen wurden vielmehr in aller Regel von politischen Überlegungen bestimmt. Wenn es doch gutging, war es reiner Zufall. Auf dem Schachbrett der europäischen Machtpolitik hatten diese Frauen der Staatsräson zu dienen, oft bei allem Reichtum und Luxus ein gnadenloses Schicksal.

Profunde Kenntnisse

Thomsen hat sich intensiv mit der württembergischen Landesgeschichte beschäftigt, wozu sie schon früh durch die Tübinger Vorlesungen und Exkursionen mit ihrem Großonkel, dem Geschichtsprofessor Hansmartin Decker-Hauff angeregt wurde. Ihm, der sagte "Vergesset mir die Fraue net" fühlt sie sich verpflichtet und schrieb verständlich sowie lebensnah Bücher über die Frauen des württembergischen Königshofs. Sie zeichnet sich durch ihr Einfühlungsvermögen und ihre profunden Kenntnisse der historischen Begebenheiten aus. Sie schrieb das Buch "Die württembergischen Königinnen" und leitet Kultur- und Studienreisen. An diesem Abend wird sie das erst 2012 erschienene Buch "Goldene Bräute" vorstellen. Erneut kann das Miniatur-Bernsteinzimmer bewundert werden. Auch Bernsteinschmuck kann erworben werden. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei, Spenden sind erwünscht.