
Ostelsheim - Bei der Beratung des Haushaltsplans 2012 gab es im Ostelsheimer Gemeinderat über- wiegend zufriedene Gesichter, da im Vergleich zum Vorjahr insgesamt eine positive Entwicklung festzustellen war.
Der Plan hat ein Gesamtvolumen von knapp 5,6 Millionen Euro. Davon entfallen gut 4,5 Millionen Euro auf den Verwaltungs- und knapp 1,1 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt. Die Zuführungsrate betrug im vergangenen Jahr lediglich 88 000 Euro und kann jetzt mit 572 000 Euro veranschlagt werden.
Die zurzeit günstige finanzielle Lage der Gemeinde resultiert vor allem aus den stark gestiegenen Zuweisungen aus dem Finanzausgleich des Landes. Doch auch den Bürgern wird bei den Gebühren kräftig in die Tasche gegriffen. So wurden zum ersten Januar 2012 nicht nur die Kindergartengebühren, sondern auch die Abwasser-, Erddeponie- und Friedhofsgebühren angehoben. Die Sätze für die Grund- und Gewerbesteuer wurden allerdings nicht angetastet.
Auf der Ausgabenseite stehen beim Verwaltungshaushalt die Personalkosten mit 1,1 Millionen Euro an vorderster Stelle. Davon entfallen rund 360 000 Euro auf die Kindergärten. Hier entspannt sich die Situation allerdings durch höhere Zuschüsse für die Kleinkindbetreuung und die Schließung einer Gruppe zum 1. September.
Bei den größeren Investitionen gönnt sich die Kommune eine Verschnaufpause. "Es kommen große Aufgaben auf uns zu, in diesem Jahr stehen die Planungen im Fokus", unterstrich Bürgermeister Jürgen Fuchs.
Im Vermögenshaushalt erhofft sich die Gemeinde Einnahmen von 450 000 Euro aus dem Erlös von Grundstücksverkäufen im Gewerbegebiet Sohlengrund. Die größten Ausgabenposten sind Aufwendungen für Grunderwerb, Maßnahmen zur städtebaulichen Entwicklung im Gebiet Vögelesäcker und Waldenerweg, die Nachfinanzierung einer zusätzlichen Leitung zur Wasserversorgung und die Außenbeschattung des Rathauses.
Bei der mittelfristigen Finanzplanung sind Maßnahmen wie die energetische Sanierung der Grundschule, Zuweisungen zum Bau einer Mensa im Schulzentrum Althengstett, Kanalisierungsarbeiten und Straßenbeläge in einem künftigen Neubaugebiet, Straßensanierungen und die Modernisierung der Straßenbeleuchtung ins Auge gefasst. Für solche Dinge können in diesem Jahr 480 000 Euro den Rücklagen zugeführt werden, die Ende 2012 voraussichtlich 3,1 Millionen Euro betragen werden.
Gemeinderat Matthias Kröner warnte vor einem stetigen Verbrauch der Rücklagen, da man damit die "Altersversorgung" der Gemeinde antaste. Die Kommune will so umsichtig wirtschaften, dass sie auch weiterhin schuldenfrei bleiben kann.