
Von Marion Selent-Witowski
Ostelsheim. Besonnen, humorvoll und immer zum Scherzen aufgelegt – so kannten die Ostelsheimer Emil Fessler, der die Kommunalpolitik in der Gäugemeinde zwischen 1965 und 2007 wie kein anderer prägte. Er galt als Mensch, der ohne Zögern und Zaudern mit anpackte und in schwierigen Situationen immer die Balance zwischen konstruktiver Mitarbeit und offener Kritik meisterte. Am Freitag starb Fessler im Alter von 77 Jahren.
Neben seinem Beruf als Steuerberater wurde die Kommunalpolitik für den 1934 in Althengstett geborenen Fessler neben seiner Familie zum fundamentalen Lebensinhalt. Er war mehr als 41 Jahre lang Mitglied des Gemeinderats. Von 1975 bis 1980 war er zweiter Bürgermeister-Stellvertreter und ab 1980 bis 2007 erster Stellvertreter des Verwaltungschefs.
1995 erhielt der Verstorbene für seine langjährige Tätigkeit im Ratsgremium die goldene Ehrennadel des Gemeinderats Baden-Württemberg und wurde 2007 für sein außergewöhnliches kommunalpolitisches Engagement vom damaligen Bürgermeister Reiner Litwin zum Ehrenbürger der Gäugemeinde ernannt.
Mut und Weitblick
Mit Mut und Weitblick habe Fessler an verantwortlicher Stelle mitgewirkt und das Geschehen in Ostelsheim entscheidend mitgestaltet, hatte Litwin damals betont. Fesslers große Leidenschaft galt außerdem dem Sport, auch dem dem VfL Ostelsheim war er jahrzehntelang eng verbunden.
Die Ostelsheimer wussten das Engagement des langjährigen Gemeinderats offenbar immer zu schätzen, denn bei allen Wahlen wurde er ununterbrochen jeweils mit der höchsten Stimmenzahl in sein Amt gewählt. Fessler hat das in ihn gesetzte Vertrauen mit großem persönlichem Einsatz und Verantwortungsbewusstsein für das Gemeinwohl quittiert. Der Ehrenbürger wird morgen auf dem Ostelsheimer Friedhof beigesetzt.